sächsischer Dialekt

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Mancher wird die Nase rümpfen. Sächsisch? Beliebt ist unser Dialekt nun nicht gerade. Im Gegenteil. Er gehört leider zu den unbeliebtesten im Lande. Ebenso zu den meist karikierten bzw. nachgeahmten. Dies allerdings zu 90% dilettantisch ausgeführt. Fällt dem “kreativen” Künstler nichts mehr ein, so beschränkt er sich auf ein paar sächsische Worte und denkt so die Lacher auf sich zu ziehen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Zugeben muss man, das es manchmal schon etwas seltsam anmutet, wenn man so manchem sächsischen Urgestein im TV zuhört. Zu “verdanken”, dass Sächsisch in seinen verschiedensten Formen nicht in ganz Deutschland gesprochen oder verstanden wird, ist es ausgerechnet dem Erzfeind Preußen. Diese führten nach dem Sieg im siebenjährigen Krieg (1763) das Hochdeutsche als Amtssprache bzw. bevorzugte Sprache ein. Vor alledem sah es allerdings ganz anders aus! Sachsen galt schon damals als ein kulturelles und wirtschaftliches Zentrum in deutschen Landen und im heiligen römischen Reich. Im Übrigen übersetzte beispielsweise Luther die Bibel nicht etwa ins Hochdeutsche sondern ins…? Richtig geraten! Die Sprache wurde nahezu von allen verstanden. Heute leider nicht mehr ganz der Fall. Was wäre aber die Sprache ohne ihre Dialekte, welche über Jahrhunderte, durch die verschiedensten Einflüsse gewachsen und immer wieder verändert wurden? Nur kaltes, hartes Hochdeutsch? Überall? Wäre doch langweilig, oder? Zwei speziell Dresdner Worte sind vielleicht das bekannte “nu” (u kurz gesprochen) und “nor”. Nu bedeutet soviel wie Zustimmung. Eine Art “Ja”. Das Wörtchen “nor” ist eine Art Suffix (Anhängsel) meist zu einer Frage in der Bedeutung von “nicht wahr, stimmts” Bsp.:  Scheenes Weddor heude, nor? (Schönes Wetter heute, nicht wahr?) Das solls aber als kleines Beispiel gewesen sein. Sächsische Wörterbücher gibt es mit Sicherheit sehr viele. Wer sich ein wenig in die Sprache einlesen möchte, dem seien die Werke von Lene Voigt empfohlen.

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  1. Dresden und der BH

14 Reaktionen zu “sächsischer Dialekt”

  1. Feybser

    Sehr interessant, dass man in weiten Teilen des Landes sächsisch sprach. Ich finde immer, dass gewisse Schwaben irgendwie sächsisch reden, kann das im TV anfangs manchmal nicht unterscheiden, vielleicht ein Überbleibsel aus dieser Zeit.

  2. Lex

    Ist nicht ganz verkehrt. Auch wenns die Schwaben nicht so gern hören mögen. Es gibt wohl eine Artverwandschaft.

  3. Doksák

    und niedersachsen und angelsachsen? :razz:

  4. Lex

    nu, nu…die ooch! :mrgreen:

  5. Doksák

    eeeh glick, dass mir saggsn geen dialekt hamm, saachsch da nur, nor?

  6. Doksák

    gannste nich emma een beidraach nur in säggssch schreim? gwaasi nur für inseidor?

  7. Feybser

    Ohr, das gönnde dann nih jeder läsen.

  8. Carola

    Oder e Rätzl machn? Wer begummt de säggschn Begriffe raus? Zum Beeschbiel: Was is een Mutzschekieppchen?

  9. Doksák

    Nu das is ä Gääfer, der hatn roodn Riggn mid schwarzn Bungtn. Un was is Abornbääbe?

  10. Feybser

    Mir sagt Abornmaucke was, ist es Gardofflsubbe Du Flätz ?

  11. Doksák

    neee, gardoffelbireh!

  12. Feybser

    Nu genau, stümmd, das mehn ich do. Macht eigentlich richtig Spaß so zu schreiben :grin:

  13. Dirk - Madrhymaz

    Auf Myspace gibt es einen komplett sächsischen Song.

    Titel:
    Offreescht misch nischt!

    Gruß aus DD

    DIrk

  14. MagicOfWord – Die Zitate und Sprüche Community » Blog Archive » Unterschied zwischen Hoch-Deutsch und Deutsch niedrige S

    [...] sächsischer Dialekt [...]

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