
Am vergangenen Sonntag machte ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Sebnitz. Die Strecke war mir schon bekannt und ich wusste also worauf ich mich einließ. Los ging es erstmal relativ gemütlich entlang der Elbe auf dem Radweg. Das erste Etappenziel sollte Königstein sein. Auf dem Weg dahin kam ich durch Heidenau, das schöne Pirna und weitere kleine, aber bekannte Orte wie Wehlen, Rathen und Obervogelgesang. Man meint als Radfahrer ja zumeist Gegenwind zu haben, mir kam es natürlich auch an diesem ansonsten sonnigen Tag so vor. Das Wetter war trotzallem optimal zum Radeln. Pirna erreichte ich doch recht zügig in 45 Minuten, andere Radfahrer spornten mich zu einem schnellen Tritt in die Pedalen an, mal fuhren sie in meinem Windschatten, mal ich in deren. Die Strecke ist wirklich unheimlich schön und nun säumten auch langsam die Sandsteinformationen den Weg. Für ein Foto ließ ich mich zu einem ersten Stop hinreißen. Eine Frau nutzte gleich an selbiger Stelle die Gelegenheit. Sie stellte leider ihr Rad so ungünstig ab, dass es umkippte und der Verpflegungsbeutel samt Getränk den Abhang heruntersegelte, da war nix zu machen. Ich setzte meine Fahrt fort und versuchte sparsam mit meiner einen Trinkflasche umzugehen, denn die Berge sollten erst noch kommen. Entlang des Radweges gibt es übrigens einige Unterkünfte. In Rathen musste ich dann an der Bahnschranke warten, denn die S-Bahn-Strecke Meißen-Schöna verläuft teilweise parallel zum Radweg. Also nach etwa zwei Stunden kam ich endlich in Königstein an und wartete dort ein paar Minuten auf die Elbfähre, denn auf der bisherigen Elbseite ist der Radweg ein Stück unterbrochen und so wechselte ich die Seite. Die Fähre war voller Fahrräder. Die Fahrt kostet 1,50 Euro für einen Erwachsenen plus Fahrrad.

Das andere Ufer erreicht, ging es nun weiter nach Bad Schandau, die letzten ebenen Meter lagen vor mir. Ab Bad Schandau ist Sebnitz auch ausgeschildert. Nun ging es langezeit bergauf, ein begnadeter Bergfahrer bin ich nicht, aber da ich wusste, dass die Familie, ein kühler Pool und erfrischende Getränke im Grundstück in Sebnitz auf mich warteten, ging es doch ein wenig besser und motivierter zu fahren. Der Wegweiser sagte erst 13 km, kurz danach 14 km und nicht weit davon dann noch 10 km, das sollte unbeding mal überarbeitet werden. In höheren Regionen angekommen, konnte ich einen wunderschönenen Panoramablick über die Sächsische Schweiz genießen, Königstein der Lilienstein und wie sie alle heißen, waren bestens zu sehen. Die Straße nennt sich übrigens auch Panoramaweg. Sie verläuft oberhalb des Kirnitzschtals, so kam ich zum Beispiel auch durch Lichtenhain, bekannt durch den dortigen Wasserfall der praktisch ins Tal fällt. Ich freute mich derweilen über jedes gerade oder leicht abschüssige Stück Straße. Aus einem Waldstück heraus folgte dann eine schöne Abfahrt und das gelbe Ortseingangsschild von Sebnitz rückte immer näher. In der Stadt angekommen, ließ ich es mir nicht nehmen, kurz zum Grenzübergang nach Tschechien zu fahren. Ich hatte die Wahl, entweder einen extrem steilen Anstieg zum Grundstück zu nehmen oder eben bis zum Grenzübergang und dann vorbei am Urzeitpark eine leichtere aber dafür längere Bergauffahrt zu machen. Nach 60 km und 3 3/4 Stunden inklusive kleiner Pausen war ich dann endlich am Ziel und genoss ein paar Stunden voller Entspannung.

Auf den Rückweg freute ich mich, da ich ja wusste, dass es weitaus mehr bergab als bergauf geht. Die Abfahrten waren herrlich, dafür lohnt es sich, jeden Berg vorher zu meistern. Dass ich nicht die komplette Srecke mit dem Fahrrad zurückfahren würde, war mir von Beginn an klar. In Königstein fuhr mir die S1 förmlich vor der Nase weg, also radelte ich mit der Zeit immer langsamer werdend noch bis Pirna, in der Hoffnung dort den Zug ohne lang warten zu müssen zu erreichen. So kam es zum Glück auch und ich stieg nach 100 km in die rettende S-Bahn ein. Dort hatte ich ein wenig die Gelegenheit zu verschnaufen. Die letzten 5 km vom Bahnhof nach Hause ging ich ganz ruhig an. Es war ein wunderschöner Tag und eine tolle Fahrt, aber eine Distance, die man nicht alle Tage zurücklegt, vielleicht wirklich nur ein Mal im Jahr, wie in meinem Fall. Abends war ich dann schon etwas geschafft und konnte mich nicht ganz so lang wachhalten. Ich hoffe, dass das Wetter in diesem Jahr noch ein paar schöne Radtouren zulässt, denn das macht sehr viel Spaß!

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Am 2. September 2008 um 10:02 Uhr 1
Ein wirklich schöner Bericht und tolle Fotos! Ja so eine Radtour macht schon richtig Spaß, wenn man ein wenig trainiert ist. Respekt für die Leistung
Am 3. September 2008 um 19:33 Uhr 2
Die Umgebung von Dresden ist halt einfach wunderschön zum Radfahren. Ich bin am Samstag nach Diesbar-Seuslitz gefahren. Es gab ja das wirklich empfehlenswerte Weinfest zwischen Radebeul und Diesbar. Auch eine wunderschöne Strecke mit idylischer Landschaft, dem schönen Meißen und jede Menge Weingütern.
Am 3. September 2008 um 21:35 Uhr 3
Ja in beide Richtungen machts einfach Laune und man kann echt ne Menge entdecken und erleben. Und ein kühles Blondes ist an der Strecke auch immer mal drin. Aber erst weiter fahren wenns wieder raus ist
Am 4. September 2008 um 00:01 Uhr 4
In Richtung Meißen bin ich ehrlich gesagt noch nie mit dem Rad gefahren.
@Lex: eine kühle Blonde wäre sicher auch sehr erfrischend
@Toni: War das Radeln denn überhaupt nach dem Weingenuss noch möglich ?
Am 4. September 2008 um 18:56 Uhr 5
Mehr oder weniger, ehrlich gesagt bin ich sogar ziemlich derbe gestürzt, was aber nach meiner Überzeugung nicht am zu hohen Weingenuss lag. Aber außer ein paar Schürfwunden ist zum Glück nix passiert. In diesem Sinne: Don’t drink and drive!!
Am 4. September 2008 um 19:24 Uhr 6
Ha! Lach! Das selbe is mir vor kurzem auch passiert! Aber es lag wohl sehr wahrscheinlich am Bier. War aber auch ne ziemlich holprige Piste, wenig befahren, am Campingplatz. Hats mich herrlich gelegt. Hat ganz schön gesuppt! In diesem Sinne: Don’t drink and drive!! (Kanns nur jedem nahe legen)
Am 4. September 2008 um 21:57 Uhr 7
Zum Glück ist Euch beiden nix weiter passiert. Aber kann schon gefährlich werden, wenn man einen intus hat und dann fährt. Man denkt ja, dass es mit dem Rad schon geht, aber letztlich ist ja der Unterschied zum betrunken Autofahren nicht so groß. Wir müßten das Wetter jetzt noch bissl zum Fahren nutzen, ehe die Räder wieder für paar Monate im Keller verschwinden. Na, wie wäre es
Am 19. September 2008 um 13:19 Uhr 8
coole tour!
war letztens auch endlich mal wieder für einen tag unterwegs, knapp fünf stunden netto sattel.
wolfsburg-oebisfelde-schlenker durch orte, von denen ich nie zuvor hörte-wolfsburg.
am ende weiß man dann anhand des arschmuskelkaters, was man geleistet hat.
Am 19. September 2008 um 13:20 Uhr 9
waren alles in allem übrigens gut sechzig km. in oebisfelde hat dann auch ein sternburg gepasst…
Am 19. September 2008 um 13:20 Uhr 10
oder waren es doch zwei-drei?!?
Am 19. September 2008 um 14:32 Uhr 11
Tippe es waren eher 4, wenn du´s nicht mehr weißt
Gibts da oben bei euch Sterni?
Am 22. September 2008 um 14:34 Uhr 12
na ja, was heißt ihr “bei euch oben”… ich war doch in der “zone”
!
oebisfelde ist in sachsen-anhalt und dort gab es das gute sterni! nee ehrlich, es waren deren dreie! und geschmeckt ham se mer oooch!