Dresden Lethargie?

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Ich will Feybsers Artikel vom 1. April gern noch einmal aufnehmen, da sich daraus auch eine kleine Diskussion entwickelt hatte. In diese stelle ich mal ganz ketzerisch die Frage: Sind Dresdner in Ihrem Tun und Ihren Entscheidungen, was die Stadt betrifft, lethargisch und resistent gegen alles Neue? Wenn man sieht, wie sich die Stadt in den letzten Jahren entwickelt hat, möchte man das natürlich verneinen.

Trotzdem hat man mit weilen den Eindruck, dass die Mühlen in Dresden langsamer oder anders mahlen als anderswo. Entschlussfreudig sind Dresdner nämlich nicht gerade. Geht es um größere Projekte, zuckt der Dresdner erst einmal ängstlich zusammen. Hat er sich dann vom Schock gefangen, werden, egal worum es geht, erst einmal 3 Bürgerinitiativen gegründet. Man ist “Dagegen”! Wir erinnern uns an die Possen um den Biotechnologiepark, an die gläserne VW-Manufaktur, an die noch immer bestehende Baugrube am Wiener Platz, an das neue Stadion, an das Festspielhaus Hellerau, an die Operette und natürlich an die berühmteste Brücke Deutschlands. Ihr wisst welche. Warum ist der Fernsehturm noch immer keine Attraktion wie in anderen Großstädten Deutschlands?

Nun hat alles zwei Seiten. Auf der einen kann man sagen, es wurde viel Gutes und Neues geschaffen was anfangs wie erwähnt auf Ablehnung stieß und später akzeptiert wurde. Solche Entscheidungen haben bei den verschiedensten Projekten aber auch teils Jahre gedauert! Auf der anderen Seite wurden durch die Dresdner Gebetsmühlen aber auch durch berechtigte Kritik und Proteste der Bürger wirklich unmögliche Dinge abgeschmettert, die andereswo vielleicht sofort verwirklicht worden wären bspw. das Gewandhausmonstrum am Neumarkt.

Ist der Dresdner besonders besorgt um seine Stadt, die immer so weltstädtisch sein will und am Ende irgendwie doch immer einen provinziellen Touch hat? Oder ist es gerade das was die Stadt so sympatisch macht? Irgendwie läßt sich das alles nicht so einfach beantworten.

Eins ist jedenfalls für uns sicher. Ein wenig mehr Pepp und Mut kann die Halb-Millionen-Stadt durchaus vertragen und sie wird daran nicht zugrunde gehen, denn Barock, ein paar hochkarätig, klassische Konzerte und ein Opernball machen noch lange keine Weltstadt.

Natürlich ist der Beitrag nur ein kleiner Anriss, um zu verdeutlichen welche Frage sich uns stellt. Eure Meinung würde uns mal interessieren. Sind wir hier in Elbflorenz bei manchen Dingen besonders teilnahmslos und unwillig? Verfällt man hier zu oft in Selbstverliebtheit und Lethargie? Vergisst man zu oft, dass sich die Welt trotz August des Starken unaufhörlich weiter dreht?

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11 Reaktionen zu “Dresden Lethargie?”

  1. Stefan

    Ich weiß gar nicht wo der Glaube herkommt, dass Dreden eine Weltstadt ist oder sein sollte, also eine Stadt mit weltweiter Bedeutung. …

    Dresden ist nicht London, NY, LA, Dubai, Tokio oder Berlin. Dresden würde ich als deutsche oder maximal europäische Metropole einstufen. Und eine Operette, eine Brücke oder Fernsehturm macht Dresden auch noch nicht dazu.

    Generelle Unwilligkeit kann ich in Dresden nicht erkennen. Kontra bekommen neue Projekte nur dann, wenn ihr Sinn unklar ist bzw. die Dresdner Gefahr sehen, dass Bestehendes zerstört wird oder sonst irgendwie benachteiligt wird. Siehe Gewandhaus oder Brücke. Wiener Platz ist eine reine Geldfrage und das Problem von fehlenden Investoren.

  2. Lex

    Na dann ist es vielleicht mehr ein dummer Zufall, das hier immer so viele auch noch medienwirksame Entscheidungen anstehen, die oftmals entweder erst zerredet werden müssen oder wirklich Pech eine Rolle spielt. SZ meldet heute, das der Investor für die das “Wiener Loch” abgesprungen ist. Schade. Ja das sind dann höhere Gewalten.

    Ich weiß, wir sind hier auch etwas fußballlastig, aber nehmen wir das Stadion. Da hieß es vor wenigen Jahren wortwörtlich aus dem Stadtrat: Wir sind eine Kulturstadt und keine Sportstadt. Ja ist denn sowas zu fassen? Etwas anderes hat also keinen Platz, obwohl tausendfaches Interesse besteht. Hätten sich nicht die Fans selbst so viele Jahre dahintergeklemmt, stünde noch heute eine Ruine. Warum nahm man nicht bereitwillig Fördermittel zur WM 2006 an? Kölmel wollte in DD bauen. Nun steht in Leipzig ungenutzt ein fettes Stadion. Warum gabs in Dresden damals zur WM 2006 keine Fanmeile mit Leinwand? Ich vermute weil “dreckige Fans” nicht zum Image der Stadt passen. Nicht mal zu einer WM. Vorigen Sommer machte man es nun besser und es war ein großer Erfolg, welcher auch Touristen aus dem Umland lockte. Warum werden hier Chancen oftmals und ja ich nenne es teils durch Desinteresse oder Sturheit vertan?

    Vielleicht bewegt sich aber doch etwas in Sachen Vielfältigkeit. Ich hab da durchaus Hoffnung und man will ja auch nichts schlechter machen als es ist! Nur viele hier haben diesen o.g. Eindruck. Auch wenn er subjektiv sein mag. Nur irgendwo kommt der ja her.

    Das die Landeshauptstadt jetzt auch zur Einkaufsstadt wird, finde ich gut, auch wenns vielen nicht so gefällt. (Ca. 10 Jahre nach Leipzig wenn man so will!) In die Innenstadt gehören Menschen und zwar jede Menge! Ruhige gemütliche Orte gibts in DD zur genüge woanders.

  3. Stephan

    Dresden und Weltstadt, das sind zwei Worte die durchaus zueinander passen. Stefan, höre dir mal die Beiträge vom Welterbe-Forum an. Die baroke Fassade allein ist es eben nicht.

    Wirtschaftlich und politisch kannst du DD in der Pfeife rauchen. Was aber in den SKD und sonstwo an Kunst steht, das prägt den Dresdner. Deswegen haben manche Dresdner auch extrem hohe Ansprüche, wie so mancher Kurfürst früher. Und diese Ansprüche kollidieren heute gerne mit den profanen Renditevisionen einiger geldgeiler “Einwanderer”.

    Ansonsten berührt der Artikel wohl nicht das Kernproblem, was meiner Meinung nach ein Kommunikationsproblem ist. “Früher” wurde von oben entschieden, Bürgermeinung hin oder her. Jetzt begreifen die Leute aber, was Demokratie heisst: Mitreden zu können. Und genau dieses Mitreden muss man in den Griff bekommen. Das ist meines Erachtens die zentrale Herausforderung. Wie kommuniziert man in der Stadt die Ideen und Entwicklungschancen für die Zukunft? Unsere Stadtverwaltung ist da wohl das Negativbeispiel schlechthin, die erlaubt ja nicht mal zur Einsicht freigegebene Pläne im Internet auszulegen. Die leben noch nicht in der Internetzeit. Sind wohl zu alt, oder so. Aber nur Internet geht auch nicht, da grenzt man viele aus.

    Wenn ihr Ideen habt, wie man als Bürgerschaft gemeinschaftlich, sachlich und vielschichtig über Themen disktutiert, dann nur raus damit. Das würde sicher viele interessieren. Die Diskussionen im DNN-, Dynamo- oder sonstwo- Forum führen meines Meinung nach nicht zum Ziel. Ich würde es ja begrüßen, wenn die Stadt ein zentrales Forum zu den Themen bereitstellt, die sie auch bearbeitet (Kulturförderung, Straßenbau, Sport, Kitas,…). Sowas braucht aber Bearbeiter/Betreuer, die dann “Demokratiekosten” erzeugen.

    Was das Stadion angeht: Warum steht die überdimensionierte Fussballschüssel nicht im Ostragehege wo sie hingehört? Dort schlägt das Dresdner Sportherz…und es wäre genug Platz da, um irgendwelche Fanrivalitäten auszuleben, ohne gleich die ganze Stadt zu blockieren. Ostragehege zusperren und gut. :twisted: :wink:

    @lex: Das mit der Einkaufsstadt ist großer Mist. Es ist ja so, dass viele Produkte unter zweifelhaften Bedingungen auf der ganzen Welt hergestellt werden. Sich damit zu brüsten, dass diese in der Stadt verkauft werden ist fast schon irre. Wirklich nachhaltig ist diese Stadtentwicklung nicht.

  4. Dirk

    Ach, ich kauf in Dresden gar nicht mehr ein. Einmal im Monat fahr ich in ne Stadt die mir konsumfreundlicher eingestellt ist und meine Lebensmittel kann ich in DD fast nicht mehr kaufen, weil ich zu Zeiten der Öffnungszeiten noch arbeite. Also Lebensmittel muss ich einkaufen lassen oder in CZ besorgen(die haben auch Sonntags auf), alles andere in LE oder Berlin.

    Ich rege mich nicht mehr auf sondern konsumiere dort, wo es gewollt ist. In Dresdens City lockt mich nichts mehr, ausser vielleicht ein Termin zum Mittagessen-in die Weiße Gasse. Dresden geht es zu gut und die Bürokratie darf hier viel zu viel regulieren bzw. bietet massig Möglichkeiten zu verzögern und dem Bürger interessiert es nicht. Allein die Verhinderer stehen auf und sind gegen, ohne für Etwas zu sein.

    Wenn man vom Privaten weggeht und geschäftlich hier agiert, sieht das Klima weit besser aus, da sind Behörden sehr Positiv und Gesprächsbereit(man muss ja nicht immer sein Kopf durchsetzen, wenn die andere Seite einen vernünftigen Gegenvorschlag bringt) und bieten immer Hilfe an.. das alles hat der Wettbewerb mit anderen Städten und Gemeinden gemacht, der Speckgürtel hat sehr gute Angebote und wenn die Auflagen am Wiener Platz immer erneuert werden, dann gibt man sein Investorengeld an anderer Stelle aus. Irgendwann rechnet es sich halt nicht mehr. Allerdings ist in diesem Umfeld die Stadt oft am wenigsten Schuld. Ich hab da nur gute Erfahrungen gemacht und nur von positiver Stimmung gehört… wenn auch hier alles länger dauert..als woanders.

  5. Chrstian mit i

    :arrow: Weltstadt
    Auch wenn man es Dresden nicht gerne hört: die Stadt ist leider Provinz. Schön: ja. Großstadt: ja. Weltstadt: nein. Metropole: nein.
    Die Einwohnerzahl zählt da erstmal gar nicht, sondern die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung und da sehe ich in Deutschland mit Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Frankfurt, die Rhein-Neckar-Region, das Ruhrgebiet und auch Leipzig mindestens 9 Städte/Regionen deutlich vor Dresden.

    :arrow: Lethargie
    Aber ich bin fast “Neu”Dresdner und kann im Vergleich feststellen: Von Lethargie keine Spur. Ich habe noch keine Stadt kennengelernt, in der so leidenschaftlich über stadtplanerische Themen gestritten wird.
    Natürlich: Viele Köche verderben den Brei und bei so vielen Köchen, wie Dresden sie hat, ist schnell eine kritische Masse erreicht, die eine Blockade verursachen kann.

    :arrow: breite gesellschaftliche Diskussion
    Das Hauptproblem (nicht nur in Dresden) mit der breiten gesellschaftlichen Diskussion über Stadtentwicklung ist die wechselseitige Instrumentalisierung von Politik und Medien, in der der Wähler als Währung hin und her geschoben wird (Chinesen sprechen auch von Wählung). In vielen relavanten Themen, werden die Entscheidungen nicht mehr von den Volksvertretern oder von den Wählern, sondern von den Meinungsmachern bei den Lokalzeitungen getroffen. Sie verstehen es leider zu gut die Stimmung anzuheizen und alte Rechnungen damit zu begleichen.

    :arrow: Stadtplanung
    Ich finde es toll, dass es in Dresden ein großes, modernes Fussballstadion in der Stadt geben wird.
    Das einzige zentrale Manko, dass mich immer wieder an Dresden stört, ist diese emotionslose Innenstadt. Lieber ein paar Ruinen, als ausschließlich Touristinfrastruktur. Die Altstadt hätte soviel Platz hergegegeben für einen festen Markt oder sonstige (kulturelle, versorgungstechnische, gastronomische) Einrichtungen für den täglichen Bedarf für Dresdner. :cry:
    Wenn ich noch mal neu anfangen dürfte, würde z.B. eine Tram vom Hbf über die Prager Straße und den Altmarkt direkt auf den Neumarkt führen.

  6. Dirk

    Ne Tram über Prager Straße würde wirklich beleben…

  7. jo

    es wurde schon so viel genannt und angesprochen, ich bin total aus dem häuschen, ehrlich. Denn da wo ich bisher schon gelebt habe (bin wie gesagt relativ neu hier) wäre solche ein forum, schon garnicht solche eine diskussion zu stande gekommen!

    Für mich ist das ein zeichen von Vorsichtigkeit, aber auch von kiritscher Überprüfung alles neuen, was hier in dd so ausgeprägt scheint. Und genau dass macht diese stadt meines wissens so besonder, dass man hier nicht rund um die uhr einkaufen kann/soll, dass alles seine zeit braucht um von a nach b zu kommen (musste mich auch erst daran gewöhnen keine u bahn zu haben, aber jetzt find ichs klasse).
    Das Dresden eine politische, oder gar wirschaftliche chance im internationalen vergleich hat, seh ich auch nicht, da ist für mich jedoch der ganze zug in europa abgefahren. Von richtigen BOOMS oder Metropolen spricht man jetzt in Asien oder Indien, aber hier nicht mehr. Und das ist auch gut so. Europa und in besonderem Mase Dresden, ist ein kulturelles Zentrum und das wächst nicht an, wenn man einen Wolkenkrater auf Kredeit baut oder alle geschäfte rund um die uhr öffnet (gab so viel ich in der sz gelesen habe eine studie die bewies, dass längere öffnungszeiten in sachsen den geschäften eher ein minus einbrachten, aber genau belegen will ich das hier nciht)
    Klar Kultur alleine baut keine stadt und hält sie auch nicht auf ewig zusammen, aber da muss ich daran apellieren, was mir an dd erst neulich aufgefallen ist: Junge Familien, Kindergärten, Schulen.

    Daher mein Rat für diese Stadt: Invesivert in Bildung, Infrastuktur und dann in erneuerbare Energien oder Konzerne die dies tun (stichwort Freiburg i Breisgau), dann ist die Zukunft gesichert. Desweiteren müssen hier die leute wieder verstärkt an ihre region glauben und produkte dieser unterstützen. Und das passiert hier bereits grösstenteils, überall wo ich hinschaue sehe ich Sachenwasser, Sachsenobst, Sachsenwurst, Sachseninternet :) und ich bemühe mich auch diese dinge zu fördern. Somit entsteht ein mark, der unabhängig von amerikanischen geschäftsmodellen mit 24h öffnungszeiten und 4 minijobs ist.
    Klar das man hier auch gut einkaufen gehen muss, aber mal ehrlich das geht in jeder stadt deutschlands mit dieser einwohnerzahl. rein ins zentrum da gibts dann überall die gleichen geschäfte mit den gleichen klamotten wie überall auch.
    Was ich sagen will, seit dem ich hier bin habe ich einerseits wirkl zu schaffen gehabt alles etwas langsamer oder behutsamer zu machen und etwas mehr zeit in kauf zu nehmen als anderswo, dafür habe ich mehr zeit meines lebens gewonnen und denke an die leute die sonntags an der kasse sitzen müssen und kassieren, wenn ich dort einkaufe.Ich arbeite auch oft am wochenende oder bis in die nacht hinein, doch versuche ich nicht dies auf jede berufssparte auszuweiten und als “Grundvoraussetzung” zu sehen.

    Viele grüsse von Jo auf dem Balkon in der Sonne, der bald auch seine Kinder hier gross ziehen möchte, in deutschlands schönster, vielleicht auch entscheidungshemmenster stadt.

  8. Lex

    “@lex: Das mit der Einkaufsstadt ist großer Mist. Es ist ja so, dass viele Produkte unter zweifelhaften Bedingungen auf der ganzen Welt hergestellt werden. Sich damit zu brüsten, dass diese in der Stadt verkauft werden ist fast schon irre. Wirklich nachhaltig ist diese Stadtentwicklung nicht”

    @Stepahn: Wie soll ich das denn genau verstehen? Das wäre ja wirklich die Höhe wenn man sich aktiv damit brüsten würde. So ist es natürlich nicht und so hast du es auch nicht wirklich gemeint. Schon klar. Aber es gibt nun einmal eine menge Leute die sich einfach Vielfalt wünschen. Wem kann denn an einer leblosen Innnenstadt mit einem Karstadt einem Mc Donalds, einem New Yorker und 2 Ökoläden gedient sein? Wie würde es um mein Gewissen stehen, wenn ich an jeder Ecke in jedem Laden so denken würde wie du meinst, wenn ich dich richtig verstehe. Ich dürfte ja gar nicht mehr aus dem Haus!

    Ja als Konsument bin ich auf eine gewisse Ehrlichkeit der Hersteller und Anbieter von Produkten angewiesen. Dass diese oft fragwürdig sein kann ist die eine Seite. Ob es wirklich immer so ist, die andere. Sollen jetzt alle Sportgeschäfte der Stadt geschlossen werden, weil die Bälle “womöglich” von Kindern geknüpft worden sind. Wenn ich das wüßte, würde ich so ein Geschäft boykottieren. Was du aber machst, ist ja praktisch allen innerstädtischen Investoren/Konsumanbietern zu unterstellen, das Sie wissentlich solche Produkte vertreiben und selbiges viell. noch forcieren. Behauptungen sind schnell aufgestellt. Wenn Du bestimmte Geschäfe meinst und handfeste Beweise hast, dann prangere es ruhig hier oder öffentlich an! Ich werde ja auch durchaus berechtigt, mal zu den Pessimisten gezählt ;-) aber so negativ gehe ich nun nicht durch die Stadt.

    “Mitreden zu können. Und genau dieses Mitreden muss man in den Griff bekommen. Das ist meines Erachtens die zentrale Herausforderung. Wie kommuniziert man in der Stadt die Ideen und Entwicklungschancen für die Zukunft?”
    Sehr guter und richtiger Gedanke! Vorschlag eines Städtichen Forums find ich klasse! Nur welche Fraktion soll es moderieren. Ist nicht einfach.

    “Was das Stadion angeht: Warum steht die überdimensionierte Fussballschüssel nicht im Ostragehege wo sie hingehört? Dort schlägt das Dresdner Sportherz”

    Das ich das nun völlig anderes sehe, zumindest was Fußball angeht, kannst du Dir sicher denken. ;-) Sei es drum ;-)

    Sehr interessante Beiträge von Euch auch wenn ich nicht überall mitgehe. Christian hat interessante Schlüsse gezogen als fast “Neu Dresdner” Da gehe ich fast uneingeschränkt mit! Bin auch nahe bei Dirk was das Einkaufen angeht. Ich denke aber, das man schon lang nicht mehr ausschließlich nach LE fahren muß (Ich hab das vor Jahren selbst oft genau “deswegen” gemacht). Ich denke hier entwickelt sich in DD vieles zum Besseren. Ausschlielich eine Einkaufsstadt will ich natürlich nicht, falls das jemand falsch verstanden hat, womöglich Stephan. Natürlich haben wir hier Pfunde die nun mal da sind und auf die wir zu Recht stolz sind. Aber der Mix machts.

  9. Lex

    Auch danke an Jo! Gerade interessant, was Neu DD´ler so denken! Ja, bei aller Diskussion, hier läßt es sich herrlich leben!!

    Prima Eure Beiträge!

  10. Dirk

    @Lex
    Mir geht es halt um die Szeneläden, die sind aus der Neustadt berechtigterweise verschwunden.. da nur noch die Mainstreammarken angeboten wurden. Ich sterbe eher als mich in der Plattenbaumarke Ed Hardy zu hüllen usw… ich will was nicht Jeder an hat und das gibt es in DD leider fast gar nicht (Mens Only auf der Alaunstrasse ist eine kleine Ausnahme).
    Anonsten hat Dresden die Chance als Tor zu Osteuropa..nur braucht alles zu lange.,. ICE Anschlüße..Autobahn..schlechte Flugverbindungen..ich kotz hier nur ab wenn man sich mit Kollegen treffen will oder schnell in die Welt muss.

  11. Stephan

    @Lex: Klaus Töpfer hat unlängst gefragt, welche Produkte wir uns als globale Geselleschaft überhaupt leisten können. Wir aus unserer (überheblichen) Industrienationsperspektive sehen das ja mit anderen Augen als z.B. ein Inder, der gerade nur das im Laden/aufm Markt stehen hat, was er unbedingt zum Überleben braucht.

    Wäre blöd, wenn wir uns jetzt Konsumtempel in die Innenstädte und auf die grüne Wiese stellen, um in 20 Jahren festzustellen, dass ein anderer Einkaufsstil viel sinnvoller ist.

    Und ja: Dem Handel unterstelle ich alles. Der Handel ist meine Schnittstelle zum Hersteller. Und wenn der Handel die Augen wissentlich verschliesst, dann macht er eben kein Umsatz mit mir.

    @Chrstian mit i: Ich wusste gar nicht, dass Frankfurt/Main z.B. so viele Plastiken wie Dresden rumstehen hat. Ich dachte, da gibts nur den Römer, Bankhäuser und ne Oper. Ich kann mich aber auch irren. ;-)

    Und das Dilemma mit der Innenstadt, gern auch als Touri-Meile bezeichnet, ist bekannt. Die vielen Investoren wollen ihr vieles Geld ja irgendwie wieder reinholen. Mit ostdeutschen Normalmieten ist das am Neumarkt nicht wirklich möglich. Gekauft wird auf der Prager straße oder im Stadtteilzentrum. Welcher Dresdner braucht da schon den Neumarkt, ausser um mit dem Fahrrad drüber zu fahren.

    Ach ja: Unten im QF kann man lecker Trinkschokolade trinken. ;-)

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