Neues Busnetz für Dresden

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Die Dresdner Verkehrsbetriebe werden nach der nun erfolgten Zustimmung der Stadt, das Busnetz erweitern bzw. umgestalten und somit den Wünschen und Bedürfnissen der Fahrgäste Rechnung tragen. Durch Umstrukturierung und Schaffung neuer Haltestellen sollen Wege für den Kunden verkürzt und der ÖPNV der Stadt noch attraktiver gestaltet werden. Die Verkehrsbetriebe erhoffen sich durch die Maßnahmen ca. 1,7 Millionen Fahrgäste mehr im Jahr.

Gewöhnen werden sich die Dresdner an die neue Verteilung der Busnummern müssen. Die Hauptlinien werden 60-iger Nummern erhalten. Im Norden fahren die 70-iger und im Süden zum Großteil die 80-iger.

Den Entwurf des neuen Bus-Netzplanes kann man sich hier auf den Seiten der DVB anschauen. Im Herbst diesen Jahres kann der neue Plan in Kraft treten.

Wie seid Ihr im Allgemeinen mit dem Angebot und dem Service der DVB zufrieden?

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16 Reaktionen zu “Neues Busnetz für Dresden”

  1. Feybser

    Ich nutze Bus und Bahn nicht so oft, kann aber trotzdem sagen, dass ich da sehr zufrieden bin. Die DVB finde ich sehr innovativ mit Projekten wie e-Ticket etc. Die Flotte ist sehr modern und immer recht sauber. Ich bin mit unseren Verkehrsbetrieben sehr zufrieden.

  2. Benny

    Ich bin auch recht zufrieden mt der DVB, außer mit dem Fahrkartenpreisen. Da könnte ich mich oft aufregen, ich bezahle 1,80€ obwohl ich nur knappe 15 Minuten fahre. Es müsste wieder mal eine Kurzstreckenfahrkarte geben :roll:

  3. Feybser

    Stimmt, die Kurzstreckenfahrt fehlt irgendwie.

    Haben eben mal den neuen Busplan angesehen, natürlich unter dem Gesichtspunkt, was sich für unsere Wohnlage ändert. Ist aber in Ordnung so.

  4. Kerstin

    Ich nutze Bus und Bahn täglich. Bin auch zufrieden damit. Der neue Busplan betrifft allerdings genau meine Hauptlinie und verschiedene Haltestellen, die für mein tägliches Vorwärtskommen wichtig sind werden weniger bedient. Auf Anfrage konnte die DVB aber sachlich erklären, warum, wieso es geändert wird und welche Alternativen zur Verfügung stehen.
    Wie mit allem Neuem, werden einige nicht damit zufrieden sein, andere freuen sich. Das Gemeinden wie Luga und Boxdorf weniger gut betreut werden ruft sicher den Unmut einiger Fahrgäste hervor… es wird sich zeigen, wie die DVB dazu steht und damit umgeht.
    Ein winziger Kritikpunkt… die Fahrausweiskontrollen der DVB sind sehr zahlreich (Schwarzfahren ist also wirklich mit hohem Adrenalinspiegel verbunden), vor allem auf Wegen von und in die Innnenstadt. Allerdings wirken die Kontrolleure oftmals so als müssten sie selbst immer Schwarzfahren.

  5. Feybser

    Allen wird man es ja nie recht machen können, aber wenn die Änderungen mehr Nutzen als Nachteile bringen, dann steh ich dem Plan auch ganz offen gegenüber.

    Kerstin, man sollte doch auch nicht fahren ohne zu bezahlen, ist besser für die Nerven. Aber etwas eigenartig wirken manche “Kontis” schon :wink:

  6. Tom

    In Dresden ist das Angebot in der Fläche bei genauem Hinsehen nicht so verlockend. Vor allem gibt es sehr wenig leistungsfähige Querverbindungen. Man muss zwingend fast immer über die Stadtmitte. Die Faszination der Haltestellen (namen) “Altmarktgalerie” ist dabei schwer zu erschließen. Bisher ist mir noch keine Stadt bekannt, die eine Station im Zentrum nach einem Einkaufsmarkt benennt. Zusätzlich erschwerend sind Bezeichnungen der Enhaltestellen im Zielanzeiger. Mal nach einem Stadtteil benannt, mal nach einer Strasse, mal nach garnichts, oder ein Pappschild verkündet eine “Einrückefahrt”. Das ist nicht sehr professionell oder unfreundlich gegenüber Touristen und Gelegheitsfahrern. Denn nicht jeder ist Freak, kennt die Trassenverläufe und kann sich dadurch die Route zusammenreimen. Und wildes Umbenennen (z.B. Strasse E wurde zu Charlotte-Bühler und die zur Heeresbäckerei) erzeugt nur Druckbedarf von Netzplänen und lässt touristische Nachschlagewerke schneller als nötig veralten.

    Der neue Busplan behebt die Defizite nicht, sondern schafft -trotz DVB-Nachfrage- sehr viele neue. Dabei sind durchgehende Verbindungen vom Regionalbahn Klotzsche zum Elbepark genauso fragwürdig, wie die fehlende Einbindung von Kurzstreckenbussen, die nur wenige Stationen bedienen. In der Mehrzahl (alles was künftig keine 60iger Nummer mehr hat) wird im Takt noch mehr ausgedünnt. Und entgegen der großen Ankündigung einen Parallelverkehr von Bus und Bahn zu vermeiden, wird genau dieser auf vielen Strecken zusätzlich geschaffen.

    Erschließungspläne – wie Beispielweise Striesen-Ost – und andere Stadtteile, die immer noch weiße Flächen bzw leere Waben in den Netzplänen sind – bleiben leer.

    Insofern bleibt nur die kleine Hoffnung, dass das Entscheidungsgremium dem geplanten Busnetz eine Absage erteilt.

    Das DVB-Marketing war (leider wie üblich) sehr schlecht, mit dem ungenauen Plan bleibt die Interpretation dem Betrachter überlassen. Das Unternehmen nennt zwar eine erträumte Steigerung im Millionenbereich bei den Busfahrgastzahlen – wo die herkommen sollen, was sich verbessert, verändert, etc. – keine Antwort.

    Das ist genauso bei einem Anruf bei 0351 – 857 10 11, um sich nach einer verspäteten Bahn zur erkundigen. Antwort: Es ist Freitag nach 16 Uhr.

    Den Ansichten zu Kontrolleuren schließe ich mich an. Immerhin repräsentieren diese Gestalten das Verkehrsunternehmen. Auf mentale Fähigkeiten, vollständige Sätze, grundlegende Kommunikationsfähigkeiten hofft man da vergeblich. Man kann nur Fremden, Ungeübten und Touristen helfen, die geschröpftwerden sollen. Nur weil sie sich gegen den DVB-Unsinn von Mehrfachhaltestellen (Carolaplatz, Hbf) in Verbindung mit Kurzstreckentickets nicht wehren können.

    Und wenn die Stadt am meisten frequentiert wird, von Gästen, Touristen, Seminarteilnehmern und allen anderen, die im Sommer mal Zeit haben, auch das Auto stehen zu lassen – dann gibt es, richtig: Den Ferienfahrplan.

    Vorsichtig formuliert, fehlt dem Unternehmen der Weckruf aus der begrenzten Binnensicht.

    Und wenn es vorher 3 Klicks bis zum Haltestellenfahrplan waren, sind es im neuen Internetauftritt 7 Klicks. Vorausgesetzt, der Nutzer kennt das Netz. Und, wenn auch mit viel TammTamm angekündigt – fremde Sprachen fehlen völlig. Logische Struktur auch.

    Dabei ist Ideeinput zum Bessermachen doch so einfach. In fremden europäischen Städten Bus und Bahn benutzen. Oder etwas recherchieren.

    www.dpp.cz oder www.ratp.fr

  7. Lex

    Hallo Tom! Vielen Dank für Deinen unter vielen Gesichtspunkten interessanten und kritischen Beitrag. Ich persönlich lasse ihn mal so stehen. Ich kann als bekennender Autofahrer nicht wirklich mitreden. Ich fahre vielleicht nur 2-3 mal im Jahr mit Bus und Bahn.

    Auch ich wohne in einem kleinen weißen Fleck. Zur Straßenbahn, welche in die Innenstadt fährt muß ich 10 Minuten laufen. Hat man vorher keinen Fahr-Plan zur Hand kann man getrost im Schnitt noch 5 Minuten an der Haltestelle warten (bei meinem Glück sinds 10) D.h. in der Zeit bin ich mit dem Auto schon längst in der City. Mit der Bahn noch nicht mal losgefahren. Sei es drum :roll:

  8. Tom

    Re: Lex – Zwei Aspekte, nachgeliefert: Es können eben wirklich die kleinen weißen Flecken sein, die das ganze Angebot noch unattraktiver machen. Städter sind in der Regel verwöhnt, weil spätestens nach 500 Metern irgendeine Haltestelle zu finden ist. Eine Distanz, die für Dresdenbewohner zwar fast schon zuviel ist, von der die “Eingemeindeten” aber nur träumen können. Zumal die Mehrzahl der Gemeinden erst nach DD “einkassiert” wurden und nachher (nicht nur) in Sachsen ÖPNV-Anbindung hängengelassen wurden – entgegen ursprünglicher Versprechungen. Egal ob nun Langebrück, Cossebaude, Schönfeld, etc. Aber auch städtisch ist herzlich wenig Bemühen um die Erschließung “Weißer Flecken” zu erkennen. Eher im Gegenteil. Linien werden solange demontiert, bis wirklich keiner mehr drinnsitzt. Die Neuzeit-Netz-Abschiedsgalerie wird immer länger, allein bei der Bahn mit 51,31,26,18,17,16,15,14 und 5. Und nebenbei werden in der Dresdner Johannstadt Gleise demontiert und die Strasse geteert, obwohl man sich offiziell (rein zufällig natürlich!) um eine bessere Anbindung gerade der Johannstadt bemüht. Die kleine, aber feine Untscheidung zwischen privater, öffentlicher und veröffentlichter Meinung des örtlichen Verkehrsanbieters war schon immer eine große Lust. Und die Demontage geht ja leider schleichend weiter. Kombilinien, die, während sie eine Kurve runden die Nummer wechseln – mit dem Ergebnis: Fährt die eine andere nicht, kommt die andere auch nicht. Gut, dass geht jetzt zu weit ins Detail. Eigentich behandelt der Blog ja das Busnetz. Kurzum: Dafür, dass daran offenbar “Experten”, publiziert: “mehrjährig” gearbeitet haben (sollen), ist das präsentierte Produkt unprofessionell, wirklichkeitsfremd und sieht eher so aus, die eigenen ökonomischen Prämissen durchdrücken zu wollen/müssen. Natürlich getarnt als “Fahrgastgewinnungsmaschine”. Natürlich besitze ich auch ein Auto, das liegt einfach daran, dass Freitag der letze Bus 1730 fährt. Übers Wochenende gar nichts und Montags mittlerweile auch nichts mehr vor 6 Uhr. Und im neuen Netz auch keine Haltstelle mehr dasein wird. Was bleibt, ist die Bildung von Fahrgemeinschaften, die Kündigung des Jahreskartenabo´s und im Sommer tuts auch das Fahrrad. Das sollte zwar nicht unbedingt das Credo eines ÖPNV sein, aber in Dresden ist das sicherlich intern erklärtes Ziel. Ohne nostaligisch zu verklären, ein Netz wie es Dresden bereits hatte, vor 45 freilich und nachher in Ansätzenbis ´92, war ein Superangebot. Gebaut von den Altvorderen mit logistischem Verstand, planerischer Weitsicht, infrastruktureller Klugheit und ausreichenden Optimierungsreserven. Nun ja. Alles Dinge, die es nicht für Geld gibt. Und bei näherer Betrachtung der Mitarbeiterparkplätze an den DVB-Unternehmensstandorten und Betriebshöfen scheinen da auch keiner groß mit Bus und Bahn zur Arbeit zu fahren.

  9. micha

    Hallo, das sind ja ganz schön pessimistische Sichtweisen hier…

    @Tom:

    - an welchen Stellen fehlen in Dresden leistungsfähige Querverbindungen (altes sowie neues Netz?)

    - was ist das Defizit einer Verbindung vom Bhf. Klotzsche zum Elbepark? Es kommt nicht nur auf die Fahrgäste an, die von einem Endpunkt zum anderen wollen, sondern auch auf die, die einen Teil der Relation fahren. Und es kann nun mal nicht jeder willkürliche Punkt einfach so Endpunkt einer Linie werden. Bestimmte Voraussetzungen an Wendemöglichkeiten, Übergänge zu anderen Linien oder Toiletten müssen vorhanden sein!

    - ja man schafft Parallelverkehr Bus/Bahn ab, dort wo es möglich ist zumindest. Auch in Striessen wird in absehbarer Zeit die 74 (bzw. dann die 64) über die Augsburger Straße geführt und damit Parallelverkehr abgebaut bzw. ein “weißer Fleck” mehr erschlossen.

    - der Ferienfahrplan ist m. E. nach vertretbar. Auch wenn Touristen nach Dresden kommen (und meist nur im Stadtzentrum unterwegs sind), viele Dresdner (irgendwann auch mal das Fahrpersonal) haben Urlaub und sind gar nicht in Dresden. Insbesondere fällt auch der Schülerverkehr und zum Teil auch der Studentenverkehr weg, und wichtige Linien bleiben trotzdem im 10min Takt.

    - es dauert auf der neuen Homepage genau 2 Klicks zum Haltestellenfahrplan, nicht 7 (!?)

    - “Linien werden solange demontiert, bis wirklich keiner mehr drinnsitzt.”

    aha, warum steigt dann die Fahrgastzahl kontinuierlich? nach deinen Ausführungen müßte sie drastisch einbrechen…

    - was soll das Aufzählen alter Liniennummern von vor 10, 20 Jahren? Ist der Takt vergleichbar? Die Nachfrage gleichgeblieben? Sind die Rahmenbedingungen dieselben wie 1992 (Zuschüsse vom Staat etc.)?

    - ich kann die Forderung, dass jedes Dorf mit einem Stadtbus bedient wird, nicht begrüßen (auch wenn es leider mal im Rahmen der Eingemeindung “versprochen” wurde). Es ist nun mal nicht möglich, im Grünen zu wohnen, und trotzdem Busverkehr auf Großstadtniveau zu fordern. Das ginge zu Lasten aller Fahrgäste (höhere Fahrpreise wegen schlecht ausgelasteter Linien im Außenbereich).

    - ja ich habe auch mehr als genug Kritikpunkte oder Verbesserungsvorschläge am bzw. für das neue Netz. Nichtsdestotrotz, die Richtung stimmt. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auch bei der DVB Experten sitzen, die nun mal aus vielen Zwangsbedingungen versuchen, das Beste zu machen. Ihnen kann man sicherlich den logistischen Verstand oder die planerische Weitsicht nicht absprechen.

    Schöne Grüße

    micha

  10. Jenny

    “Die Richtung stimmt” – klingt gut, kann aber auch rückwärts sein.
    Augsburger Strasse – die alte Rumpelstrasse ist noch nicht mal saniert und das wird auch nicht so schnell …
    Wobei – es gibt ja dann nur noch 6 Buslinien, die im 10 Minutentakt fahren. Die 74 gehört nicht dazu. Da bleibts schön ruhig.
    Und nur mal am Rande: Auch Leute, die in der Stadt wohnen, sind absolut schlecht bis gar nicht mit Bus angebunden.
    Und mal ehrlich, besser geworden ist es noch nie. Ob man das nun Liniennetz 2000 oder sonstwie nennt.
    Unsere Firma hat Jobticket und steigt da aus, ist auch besser so.
    Meine Schwester studiert in DD und MUSS Semesterticket löhnen, obwohl sie zur Fakultät rüberläuft. Und vielen Wohnheim-Studies geht es genauso.
    Naja, irgendwo müssen ja die tollen Fahrgastzahlen herkommen…
    dvb war mal gut, aber mittlerweile…

  11. Frank

    Naja, Kritik am Busnetz und den DVB ist sicher noch UNTERtrieben.
    Lässt sich nur hoffen, das es nicht erst soweit kommt…

    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2133323

    http://www.albrechtpallas.de/index.php?nr=2828&menu=1

    http://www.cdu-dresden-west.de/index.php?id=16&tx_cwtpresscenter_pi1%5BshowUid%5D=6&cHash=d40cc71790

    Und das sind ja nur 3 kritische Stimmen …..

  12. micha

    @Jenny:

    “Nach der Sanierung der Augsburger
    Straße und Tittmannstraße kann
    zudem ein bislang unerschlossener Teil
    von Striesen versorgt werden.”

    (DVB-Info)

    Genannte Linie wird nach Fertigstellung der WS-Brücke im 10min Takt verkehren.

    > Auch Leute, die in der Stadt wohnen, sind absolut schlecht bis gar nicht mit Bus angebunden.

    Aha, gibts auch Beispiele? Sobald eine neue Linie ein neues Gebiet erschließen soll, beschweren sich die Leute über den zusätzlichen Verkehr. Was soll man da als Verkehrsbetrieb noch machen?

    > Meine Schwester studiert in DD und MUSS Semesterticket löhnen, obwohl sie zur Fakultät rüberläuft. Und vielen Wohnheim-Studies geht es genauso.

    Na und? Das Semesterticket ist auch nur deshalb so günstig, weil halt alle solidarisch – bzw. ungewollt – mitbezahlen. Das hat jedoch nicht die DVB zu verschulden, sondern kann von der Studentenschaft selbst beeinflusst werden.

    @Frank:

    Der Artikel in der SZ greift die Probleme der Ortschaften um Dresden auf, weniger den Verkehr in Dresden, der jedoch durch das neue Netz maßgeblich beeinflußt wird. Was in den Ortschaften passiert, muss die Stadt entscheiden, nicht der Verkehrsbetrieb.

    Der SPD Artikel ist populistisch und in Teilen falsch. Auch heute schon fährt nur jeder 2. Bus des Linienbündels 72/76 nach Kaitz. Hier gibt es also keine Verschlechterung. Wie oft der zitierte Polizist Pallas von Kaitz nach Mockritz mit dem Bus unterwegs ist, möchte ich gern mal wissen. Dass sich für ein paar Hanseln dort draußen ein großer Gelenkbus nicht lohnt, müßte auch dem Polizisten klar sein, der sich über (lächerliche) 10min Fußweg beschwert. Für Mockritz wird es einen Bus im 10min Takt geben (heute 20min Takt), jedoch mit Umsteigen, weil numal nicht alle Busse bis ins Zentrum fahren können. Dass der Polizist von abgefahrenen Außenspiegeln in engen Straßen spricht, bezeugt einmal mehr seine ÖPNV-Kompetenz. Von einem Herrn Röher (CDU), der wahrscheinlich noch nie mit einem DVB-Bus gefahren ist, sich jetzt aber prima für seine Wähler einsetzen will, ganz zu schweigen…

  13. Ingolf

    Es íst sicherlich schwierig, trotz des sehr kleinen Netzes in Dresden all die winzigen Details zu recherchieren, um den individuellen Vor- oder Nachteil für den Einzelreisenden zu ermitteln – auch wenn es zweifelsohne schön ist, dass auf einer renovierungsbedürftigen Rumpelstrasse, wie der Augsburger irgendwann mal ein Bus langfährt.

    Die Betrachung vom allgemeinen zum konkreten:

    ÖPNV ist und bleibt ein Zuschussgeschäft. Sicherlich kann man Fahrgäste zählen, wie man will – es sind aber auch Angebote zu schaffen, damit überhaupt eine Nachfrage entstehen kann. Optimieren und korrigieren kann man immer noch. Andere (auch deutsche) Städte leben dieses Betriebs-Konzept in funktionierender Art und Weise vor.

    Die DVB sind jetzt bei einer Eigenquote von um die 60% angekommen. Das ist, gemessen an der Bedeutungslosigkeit dieser Einnahmen in den frühen 90igern eine gute Steigerung. Die Zuschüsse sinken in Abhängigkeit dieser Einnahmen. Zuschussfreiheit wird sich dabei nicht erzielen lassen – auch wenn immer mal wieder an der Fahrpreisschraube gedreht wird.

    Außerdem ist es für die DVB finanziell gut, dass die meisten ihre Monats/Jahres/Zeitkarten bei der DVB kaufen – auch wenn sie eine Vielzahl von VVO-Leistungen in Anspruch nehmen. Drum finden ja stets und ständig Zählerein und Fahrkartenanalysen statt – damit sich auch die Schlumis erwischen lassen, die mit Bahncard100 oder Bahnkarte mit City-Option unterwegs sind. Geld ist schließlich Geld.

    Inwieweit Finanzen innerhalb der Technischen Werke herumgeschoben werden, lässt sich sicherlich herausfinden. Aber nicht auf die Schnelle. Auch wenn sich die DVB über CBL – Geschäfte z.B. der LVB lustig machen, will nun die Drewag z.B. ihre Fremdanteile zurückkaufen. Die Millionen müssen ja erstmal aufgetrieben werden und der Deal kann nur über die TWD abgewickelt werden.

    Dumm ist in dem Zusammenhang natürlich der Umstand, dass sich VVO und DVB nicht sonderlich mögen. Und nur, um sich den (wirklich korrekten) Auschschreibungsrichtlinien des VVO sich nicht offiziell beugen zu müssen, wird mal schnell ein Schnulli-Produkt erfunden – wie der Trostbonus für verpasste Anschlüsse. Freilich nur wenns dunkel ist und nur im Zentrum.

    Klar kann man sich von hinten durch die Brust ins Auge an europäischen Ausschreibungen vorbeimogeln, in dem man z.B. das Subunternehmen Taeter-Tours Leistungen mehr oder weniger pünktlich erbringen lässt. Wird schon seine Gründe haben, und das Subunternehmen der Connex-Gruppe lässt man dann besser auch in der Vergangenheit.

    Ist dem Fahrgast zu recht auch egal, immerhin gabs nach zähem Gezerre wenigstens z.B. an 2 Abenden garantiere Anschlüsse zwischen DVB und VVO.

    Auch wenn es ein Glücksumstand ist, dass z.B. der regionale Bahnverkehr + S-Bahn den Ferienfahrplan noch nicht als Sparpotenzial (z.B. die Länder als Besteller) entdeckt haben – klar kann ein Unternehmen anbieten, was es will. Man ist ja nicht bei Wünsch Dir was. Jedoch dürfte anzunehmen sein, dass der Dresden-Durchschnitts-Tourist zwischen 5 und 8 losstürmt. Eine Taktausdünnung am Vormittag ist ja sicherlich generell möglich, schliesslich ist die 9 Uhr Monatskarte, warum auch immer, preiswerter als die Rush-Hour-Flat. Kurzum: Auch wenn es etwas wie Ätsch und selber schuld klingen mag, es gibt auch noch eine nicht unterschätzende Personenzahl die eine verlässliche werktägliche Taktdichte erfreuen würde.

    Vergleichber mit Städten, die ihre “Speckgürtelangebote” für “im Grünen” Wohnende massiv ausbauen lässt sich dem Argument “zu Lasten aller Fahrgäste” schwer folgen. Es gibt zum einen innerhalb Dresdens auch mehrere durchs ungrüne Stadteile/Bezirke, die schlecht bis sehr schlecht, bis gar nicht angebunden sind. Zum anderen symphatisiere ich zutiefest mit Kollegen und Freunden in diesen Regionen – für die jeder Ausflug mit ÖPNV eine fahrtlogistische Herausforderung ist.

    Obwohl auch im Dresdner Zentrum deutlich weniger Menschen wohnen, als drumherum – es geht hier nicht um eine Trasse mit Minutentakt – sondern um eine Anbindung. Lediglich eine Anbindung. Wir fiebern immer mit Niedergohliser Kollegen, ob das Alita kommt, damit sie den Zug noch schaffen und haben im Firmenintranet allein für die Tagesrandzeiten innerhalb Dresdens eine “Mitfahrbörse”. Trotz Jobticket, dass vermutlich nächstes enden wird. Schon weil sich bei der Einführung die Mehrzahl für den Zuschuss zu den Tankkosten entschieden hat.

    Wo ist der Reiz, wenn sich unter der Oper pauschal für 5 Euro parken lässt – schon 2 Personen zahlen für Hin&Rück mehr. Außerdem fährt 2130 schon die letze 9. Insofern…

    Warum sollen wir mit der Bahn oder Bus in den Elbepark fahren? Entweder es gibt Dinge zu transportieren…und selbst nach dem Kino ist die “9″ schon tot. Sicher, es gibt ab und an eine “13″, aber die fährt nicht zum Hauptbahnhof.

    Wie wäre es, wenn die “8″ ab Hellerau lediglich 2 Minuten früher führe? Man bekäme Infineon-Süd eine “7″ als Querverbindung nach Weixdorf, könnnte am Albertplatz die 3 besser erreichen, hätte 1 Minute Reserve zur 6…wünschen kann sich der Fahrgast viel.

    Zur Einführung des Jobtickets durften wir viel wissenswertes erfahren. Verpasste Anschlüsse nicht nämlich lediglich “Anschlusssichtverbindung”, solange ein Takt besteht, ist alles gut.

    Gut, konkrete Beispiele sind immer langweilig einzelschicksalhaftig. Gesteigerte Fahrgastzahlen, auch vermehrt durch Jobtickets sind ja durchaus nett. Doch wenn jeder Fahrplanwechsel kleine Ausdünnungen bringt und das Roll-Out neuer Busnetzpläne (um die es ja eigentlich in dem Blog geht) lässt eben gewisse Potentiale in die Diskussions-Ebene.

    Die letztlich eben dazu führen (können) zu sagen: Das wars. Ein paar Mitspieler steigen aus. Insofern sollte kein Statement pessimistisch klingen, dass lediglich versucht, Fakten zu beschreiben. Verkehrsströme ändern sich, dieser Dynamik kann man und sollte man folgen. Zweifelsohne. Die Aufzählung vergangener Linien war insofern komplett Nostalgiefrei, sondern beschrieb lediglich ein recht vernünftiges Angebot.

    Jetzt muss man eben weiter laufen, eher losgehen, paarmal umsteigen, wenns spät wird immer drann denken, die 20-minuten-Alitafrist nicht zu verpassen – lediglich an irgendeinem Punkt hat jeder “Beförderungsfall” seine persönliche Spaßbremse. Lex´Ausführungen sind als Stadtbewohner verständlich. Keiner hat wohl den expliziten Anspruch auf ständigen Sitzplatz und einer Haltestelle genau vor der Haustür.

  14. Dirk

    Jetzt fühl ich mich richtig als Insider, Klasse Ingolf!

  15. Lex

    Ich schließe mich da Dirk an. Vielen Dank für Eure wirklich fundierten Beiträge. Wie gesagt. Will man effektiv und und nah am Thema diskutieren, dann sollte man sich mit der Materie auskennen bzw. sich eingehend damit beschäftigt haben. Dieser Eindruck wird bei Euch vermittelt. Sehr interessante und konstruktive Beiträge.

  16. micha

    @Ingolf:

    Der Kostendeckungsgrad der DVB liegt nach eingenen Angaben inzwischen bei 75%. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert.

    Dass sich VVO und DVB nicht so gut verstehen, ist mir nicht bekannt. Woran merkt man das? Oder sind das sog. Insider Informationen?

    Ja die Anschlussgarantie etc. ist mehr oder weniger ein Schnulli-produkt, sehe ich (zur Zeit) genauso.

    Welche 2 Abende meinst du bei den Anschlüssen zwischen DVB und VVO? Die Nachtanschlüsse am WE? Soll die DVB ihren täglichen Nachtfahrplan auf die Regionalbusse ausrichten oder nicht doch lieber umgedreht?

    Dass ich die Taktdehnung auf einigen Linien in den Ferien für akzeptabel halte, habe ich schon geschrieben. Ich bezweifle, dass der “Dresden-Durchschnitts-Tourist zwischen 5 und 8 losstürmt”. Es sollte also nicht zu überfüllten Bahnen kommen, zumal die wichtigsten Linien wie schon geschrieben weiterhin alle 10 Minuten fahren. Die Taktdichte ist übrigens so “verlässlich” wie vorher, egal ob nun 10 oder 15 Minuten Takt.

    > Vergleichber mit Städten, die ihre “Speckgürtelangebote” für “im Grünen” Wohnende massiv ausbauen lässt sich dem Argument “zu Lasten aller Fahrgäste” schwer folgen.

    Welche anderen Städte bauen die Angebote massiv(!) aus?? Wer finanziert das? Eine Großstadt wird im Wesentlichen durch die Leute in(!) der Stadt ausgemacht, und nicht durch die Dörfer ringsherum. Wer fährt in der Stadt noch mit Bus und Bahn, wenn alle aufs Land gezogen sind?

    > Es gibt zum einen innerhalb Dresdens auch mehrere durchs ungrüne Stadteile/Bezirke, die schlecht bis sehr schlecht, bis gar nicht angebunden sind.

    Ja gibt es, das ist bekannt. Im Großen und Ganzen sind dies jedoch “Einzelfälle” und man versucht – u.a. mit dem neuen Busnetz – hier (im Stadtgebiet!) neue Angebote zu schaffen.

    > Kollegen und Freunden in diesen Regionen – für die jeder Ausflug mit ÖPNV eine fahrtlogistische Herausforderung ist.

    Man kann sich auch vor der Wohnungssuche mal informieren, wie die ÖPNV Qualität ringsherum so ist. Aber ein Haus schön außerhalb, mitten im Wald bauen, und dann ÖPNV fordern? *Kopfschüttel*

    > Wo ist der Reiz, wenn sich unter der Oper pauschal für 5 Euro parken lässt – schon 2 Personen zahlen für Hin&Rück mehr.

    Jetzt vermischst du die finanziellen Seiten des ÖPNV mit der Linienplanung. Die Rechnung mit Sprit, Versicherung contra Jahreskarte mach ich jetzt nicht auf, das muss jeder für sich kalkulieren. Jedoch ist “nur 5 Euro Parkgebühr” nicht wirklich ein Argument.

    > Sicher, es gibt ab und an eine “13″, aber die fährt nicht zum Hauptbahnhof.

    Ja und wenn sie zum HBF fahren würde, dann würde sich jemand (du?) beschweren, dass er nicht mehr (ohne Umsteigen) in die Neutstadt kommt. Geistlos.

    > Wie wäre es, wenn die “8″ ab Hellerau lediglich 2 Minuten früher führe?

    Aha, die eingleisigen Abschnitte in Hellerau hast Du alle beachtet? Dass es in der Wendeschleife in der Südvorstadt dann zur Doppelbelegung kommt auch? Dass vielleicht ein Anschluss zur 91, 11, 13 etc. verloren geht auch?

    > Doch wenn jeder Fahrplanwechsel kleine Ausdünnungen bringt

    Wo ist das der Fall, und wo ist es gegebenenfalls nicht gerechtfertigt? Denkst du man streicht trotz hoher Fahrgastzahlen einfach mal so ein paar Busse auf einer Linie?

    > Jetzt muss man eben weiter laufen, eher losgehen, paarmal umsteigen,

    Jaja, alles wird schlechter…

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