Am Schlossplatz in Dresden, direkt zwischen Stallhof und dem Residenzschloss, bahnt sich der Weg von der verlängerten Prager Straße über die Augustusbrücke bis zur Hauptstraße, durch dieses prächtige Tor. Georg der Bärtige veranlasste den Bau des alten Stadtausganges. Zwischen 1530 und 1535 wurde das Elbtor der damaligen Festung Dresden zum Georgentor, dem ersten Renaissance-Bauwerk Dresdens umgebaut. In den Figuren finden sich Themen zu Religion und insbesondere Leben und Tod wieder.
Der bis Mitte des 16. Jahrhunderts stattfindende Verkehr wurde durch das Zumauern unterbrochen. Zertört wurde der Bau durch den Schlossbrand im Jahre 1701. Siebzehn Jahre später entstand es dann in neuem Glanz und der Georgenbau wurde mit kurfürstlichen bzw. königlichen Gemächern ausgestattet. Dies geschah unter Regie des Franzosen Raymond Leplat, auf den auch die barocke Ausstattung des Schloss Moritzburg zurückgeht. Ganzheitlich wurde das Tor durch Johann Georg Maximilian von Fürstenhoff, dem illegitimen Sohn von Johann Georg III wiedererrichtet. Man schrieb das Jahr 1730. Und immer wieder sind Personen beteiligt, deren Namen den Bestandteil “Georg” aufweisen.
Mitte des 19 Jahrhunderts nahm man eine Aufstockung und die Einrichtung des Kleinen Ballsaals vor. Die Front wurde wenig später im Stil der Neorenaissance umgestaltet. Der letzte sächsische König Friedrich August III. bewohnte bis 1918 den Georgenbau.
Abermals zerstört wurde das Georgentor während der Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945. In den sechziger Jahren wurde es dann wieder aufgebaut, dabei jedoch wiederum verändert. Der Aufbau der Südseite wurde damals sehr schlicht gehalten. Die fehlenden Schmuckelemente werden nun Stück für Stück wieder an die Gründerzeitfassade angebracht.
Die Mittlere Durchfahrt ist beiter als die anderen beiden, daduch wurde ein besserer Verkehrsfluss erreicht. Das Tor war immer abwechseld mal zur Durchfahrt frei gegeben und dann mal wieder nicht. Ich glaube Bilder gesehen zu haben, auf denen sogar die Straßenbahn durch fährt? Heute ist die Durchquerung nicht für den öffentlichen Fahrzeugverkehr gestattet.













Am 3. Juni 2009 um 10:09 Uhr 1
Danke für den Beitrag. Man vergißt immer wieder, wie jung das altehrwürdig anmutende Georgentor ist. Welche Quellen hast Du denn benutzt?
Am 4. Juni 2009 um 17:34 Uhr 2
Zur Zeit wird die Schloßstraße, die bisher nur für Fußgänger zugelassen war, wieder als Straße ausgebaut.
Ob sie allerdings auch durchs Georgentor führen soll, wissen wir nicht.
Am 4. Juni 2009 um 18:24 Uhr 3
Wir sind auch gespannt. Wobei ich mir einen Durchgangsverkehr an der Stelle eigentlich nicht vorstellen kann.
Vielen Dank für den Eintrag Lutz & Tommy.
Am 4. Juni 2009 um 18:27 Uhr 4
Hallo Elbnymphe. So wie es jetzt da steht, ist es wirklich nicht so alt.
Am 4. Juni 2009 um 19:07 Uhr 5
Aha. Auf meine Frage mochtest Du mir wohl nicht antworten?
Am 4. Juni 2009 um 20:38 Uhr 6
ich weiß das in den 30er Jahren Lininenbusse durchfuhren
Am 5. Juni 2009 um 22:51 Uhr 7
Was noch erwähnenswert ist:
Im Georgenbau, also über dem Georgentor (ich glaube im 4.Stock), befindet sich das neu eingerichtete Münzkabinett, welches eine der bedeutendsten Münzsammlungen der Welt ist.
Am 6. Juni 2009 um 09:28 Uhr 8
Ein sehr guter Tip, vielen Dank Stefan.