Welterbe-Titel weg?

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Nun ist also soweit. Das UNESCO-Komitee tagt. Dresden wird wohl vermutlich den Welterbe-Titel verlieren. Wir haben uns bewußt, weil wir es schon seit Jahren satt haben! aus der Thematik Waldschlößchenbrücke herausgehalten, wollen aber nun trotzdem mal von Euch wissen, wie Ihr darüber denkt. Ist der Imageschaden wirklich so hoch, dass hier mit weniger Touristen und erheblichen finanziellen Einbußen zu rechnen ist? Hat sich Dresden nun für immer und ewig ein Mal aufgestempelt oder ist dieser Titel trotz aller Popularität verzichtbar?

Uns geht es weniger um Pro und Contra Brücke, sondern um die Bedeutung des Titels, auch wenn beides natürlich irgendwo untrennbar miteinander verbunden ist.

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30 Reaktionen zu “Welterbe-Titel weg?”

  1. Stefan

    Ich glaube die UNESCO bleibt konsequent und Dresden wird den Titel verlieren. Natürlich wird dadurch ein Imageschaden entstehen. Dresden wird als die Stadt in die Geschichte eingehen, die den Welterbetitel nur kurz nach der Anerkennung mit Füßen getreten hat. Ich glaube aber nicht, dass Touristen wegen des Welterbetitels kommen, von daher gehe ich davon aus, dass sie weiterhin nach Dresden strömen. Was aber auch noch sehr schmerzlich sein wird, ist das Fehlen der Welterbegelder des Bundes. Damit wollte man demnächst u.a. das Lingnerschloss sanieren. Und auch in Zukunft hätte man die Gelder sinnvoll verwenden können. Seht schade…

  2. querverweis:admin

    Also im Gegensatz zu meinem Vorposter denke ich schon, dass Touristen bloß aufgrund des Weltkulturerbe-Titels kommen. Insbesondere bei Besuchern aus dem asiatischen Raum kann ich mir das gut vorstellen, die ja oft mit wenig Zeit möglichst viel mitnehmen möchten. Daheim erzählen zu können, man habe ein Weltkulturerbe besichtigt hört sich eben doch anders an, als zu sagen man habe “nur ein Schloss” besichtigt.

    Natürlich mag es sein, dass die fehlenden Gelder durch die neue Brücke wieder wett gemacht werden. Doch sollten wir uns Kultur nicht auch etwas kosten lassen? Immerhin ist sie es, die uns grundlegend von anderen Tieren unterscheidet.

  3. jo

    Von einem Imageschaden würde ich hier nicht sprechen. Ein Image ist bekanntlich ein Bild, oder in diesem Zusammenhang eine Art “Ruf” und dieser wird WENN dann durch den BAU der Brücke zerstört, nicht aber durch einen lächerlichen Titel. Ich denke dass Titel solcher Art auch eher Zusätze und Marketingstrategien sind: Sie sollen etwas “Besonderes” auszeichnen. Und daher kann man wenn man nichts Besondere mehr hat, auch keinen Schaden erleiden. Man verliert vielmehr diesen Zusatz. Viell ist das UNESCO-Titel-Verteilungssystem ähnlich dem System von Stiftung Warentest oder Ökotest etc.: Ein Hersteller welcher sein Produkt im Laufe der Zeit verändert und dadurch eventuell nicht mehr ein Tersturteil “Sehr gut” sondern nur “Gut” erhält, erleidet ja auch keinen SCHADEN im eigentlichen Sinne. Wer sich jedoch auf solche Auszeichnungen verlässt und stützt, der ist natürlich arm dran.

    Titel hin oder her, wie Stefan sagt glaube ich nciht dass sich Touristen an Unesco-titeln ihre Reise aussuchen. Und wenn doch, dann sollen sie das tun, denn auf solche Personen kann Dresden wirklich getrost verzichten.
    Tja und wer jetzt auch noch trotz seit Jahren (!) bekannter, heisser Diskussion um diesen Titel mit den Geldern der UNESCO rechnet und in sein Renovierungsbudget einplant, der ist wirklich selbst schuld.

    Fazit von mir persönlich:
    Brücke hin oder her, diese die jetzt gebaut wird hat nichts mit dem Ort oder Material Dresdens zu tun und sieht zudem nicht ästhetisch aus. Obwohl zahlreiche, gelungene Entwürfe dabei waren wird aus mir nicht verständlichen Gründen diese hier gebaut. Meines Achtens nach ist dieser Kulturerbentitelstreit ein grandioses Beispiel, dass man einerseits die Bevölkerung in solchen Angelegenheiten anhören muss, aber auch diese in keinster Weise durch ihre Mehrheit an Kompetenzen besitzt.
    Ganz ehrlich, August der Starke hätte vielleicht auch den UNESCO Kulturerbentitel aberkannt bekommen, aber er hätte dafür eine viel schönere Brücke hinbauen lassen, sodass diese mit in das Stadtbild aufgenommen würde und nach einiger Zeit hätte Dresden wieder diesen Titel :)

    puh, habt ihr jetzt wirklich alles durchgelesen? entschuldigt mich

  4. Stephan

    Es geht nicht um irgendein Image.

    Es geht um die Abschaffung von Werten, die von Teilen der Bevölkerung noch verstanden werden. Es geht um den Verlust von Raumgefühl und Identität. Den Titel kann man als “Plakette” verstehen, die am Elbtal hängt. Ob die Plakette da ist, oder nicht, das ist egal. Wichtig ist, dass das Einmalige vorhanden bleibt. Der große unverbaute Bogen.

    Warum fragst du nach finanziellen Einbußen? Geld ist nicht so wichtig. Man kann es nicht essen, es gibt keinen Sinn. Kann man Schönheit mit Geld bezahlen?

    Und das Schlimme an dieser ganzen Entwicklung ist der kulturlose Umgang miteinander. Die Brückengegner wurden von Anfang bis Ende nicht angehört, Kompromissbereitschaft gab es keine. Der menschliche Umgang miteinander erlebt seine wahre Tragödie. Wir Dresdner können nicht mehr miteinander reden, obwohl wir in der selben Stadt wohnen. Und wenn es erstmal so weit ist, dann gibt es keine gemeinsame Zukunft mehr. Jeder macht sein Ding, Ellenbogen raus, maximaler Profit! Und am Ende bricht ein großen Kartenhaus zusammen und zurück bleibt ein zerstörter Lebensraum.

  5. jo

    Ich verstehe nicht ganz wie ein Kompromiss zwischen BrückenGEGNERN und Befürwortern aussehn soll? Etwa eine bis zur hälfte gebaute Brücke :) naja passen würde es ja. Und mal ehrlich 2 mal die Bevölkerung zu fragen, und dabei 2 unterschiedliche Ergebnisse zu bekommen ist Indiz genug dass hier keiner eine klare Auffassung hat bzw. jeder eine Andere. Deshalb spalten sich die Geister und das ist noch lange kein Untergang, im Gegenteil, das ist für mich Kommunikation und Gesellschaft. Das hat doch nichts mit “zerstörtem Lebensraum” zu tun. Wieso können Dresdner nicht mehr miteinder reden? Das tun wir doch hier. Zwar sind wir nicht EINER Meinung, aber wir tauschen Meinungen aus. Hätte jeder Dresdner die gleiche Meinung, welche wäre das? Tourismus stärken und Kulturtitel erhalten? Damit hier nochmehr Besucher kommen die sich das rekonstruierte Dresden anschauen. Damit noch mehr Besucher sehen können wie es hier einmal ausgeschaut hat, aber es jetzt im Prinzip nicht mehr tut? Ist das nicht das eigentliche Kartenhaus das irgendewannn zusammenfällt? Meiner Meinung ist das so. Dresden braucht vielmehr Attraktoren die es aufwertet, die zeigen dass man hier versteht mit Altem und Neuem umzugehn. Mit Kultur und Wirtschaft und mit Tradition und Modernem.Mit einer neuen Brück in einer Kulturlandschaft. Kultur bedeutet ja nicht dass es irgendein hohes Gut ist, das in einer Glasvitrine in einem Museum steht. Kultur ist doch einfach nur das BEWUSSTE verändern der Natur u Umwelt durch den Menschen.

    Versteht mich nicht falsch, ich finde die neue Brücke garnicht gut aber vielmehr als Brücke selbst, als Verbindung zweiter Ufer in einer bestimmten Stadt. Hier hätte man einfach mehr Diskussion und Planung investieren sollen, für eine GUTE Brücke. Jetzt will ja auch keiner mehr so richtig sich damit auseinandersetzen und das Teil wird gebaut. Klar wäre der “einfachere” Weg gewesen das Ding erst garnicht zu bauen, aber wieso kriegt hier keiner das hin, was neues gutes zu bauen und die kulturelle Entwicklung dieser Stadt weiter zu stricken? Das ist mein persönlicher Haken an dieser Brückengeschichte.
    Gruss, Jo

  6. Stephan

    Die Brückengegner haben ganz fleißig für einen Kompromiss demonstriert. Dazu stehen die Brückengegner auch: Tunnel bauen und fertsch.

    Klar muss sich Dresden auch entwickeln. Bin ich dafür. Über die Ausrichtung müssen wir uns austauschen. Und dazu muss man miteinander reden.

    Und genau das fand nicht statt. Und wenn nicht mal eine Perspektivwerkstatt zur Elbquerung ohne den Boykott seitens der CDU&FDP oder Staatsregierung stattfinden kann, wie sollen dann andere Dinge gemeinsam weiterentwickelt werden?

    Und wenn wir schon bei der kulturellen Entwicklung sind, schauen wir mal zum Wilsdruffer Kubus. Direkt am Zwinger. Der Erbauer des Gebäudes ist so arm, dass er es nicht schmücken konnte. Deshalb ist dieser Klotz auch so profan.

    Übrigens: Die jetzige Lösung am Waldschlösschen besteht aus mehr Tunnelmetern als Brückenmetern.

  7. Lex

    Tunnel hätte ich persönlich auch besser gefunden. Jedoch soll die Brücke u.a. für ALLE da sein und das geht wohl beim Tunnel nicht. Die Vor und Nachteile wurden ja durch die Brückenbefürworter ebenfalls übersichtlich dargestellt. Es ist ja nicht so, als hätte man nun alle anderen Meinungen ignoriert und sich gar nicht damit auseinandergesetzt.

    Das man jeweils zu einem anderen Schluß kommt, liegt im Wesen der Dinge, sonst gäbe es ja keine Diskussion. Das Votum wurde, auch wenn schon länger her auf demokratischer Basis durchgeführt. Demokratie deute ich aber nicht so, das man bis zum St. Nimmerlein Ergebnisse nicht anerkennt, so schwer diese für die jeweilige Partei auch zu verkaften sein mögen. Es gab halt eine Mehrheit. Schön finde ich die Brücke nun auch nicht gerade. Aber selbst ne barocke Steinbrücke hätte den Blick wohl getrübt.

  8. Feybser

    Also einen Tunnel fände ich auch besser.

    Die Frage, die mich immer beschäftigt ist: Hätten wir den Titel gar nicht erst bekommen, wenn es die Brücke schon gegeben hätte?

    In gewisser Weise erhält sie ja auch ein Stück Welterbe, indem sie das Blaue Wunder entlastet, oder ?

  9. Lex

    Na es geht doch um den Blick Feybser :roll: Nur so, auch beim Blauen Wunder gab es zur damaligen Zeit viele kritische Stimmen

  10. Dirk

    Problem beim Tunnel waren wohl die extremen laufenden Kosten. Ich denke das der Titel noch nicht weg ist und das wir nicht weniger Besucher durch den Verlust des Titels bekommen. Bevor er in Gefahr war, war dieser in weniger Munde.

    Ich freu mich über weniger Stau aus der Neustadt.

  11. Winni

    Wenn Dresden offiziell den Status “Weltkulturerbe” verliert ist das ganz schlimm für die Zukunft des Elbtals und der Flussauen, weil dann skrupelloses “Wirtschaftswachstum” ungebremst seinen Lauf nehmen wird.
    Und egal wie die Dresdner über “den Titel” und dessen Verlust denken: Das Ergebnis baden alle aus.

  12. Chrstian mit i

    Es gilt (bzw. galt) den Kultur-, Natur- und Erholungsraum zu retten und nicht einen Titel.

    Mich ärgert dieses Aufhängen am Titel “Weltkulturerbe”. Wenn Brückengegner (und dazu zähle ich mich) ihre Argumentation alleine auf den Erhalt des Welterbes (“Welterbe erhalten!”, was für ein blöder Slogan) stützen, ist es für mich kein Wunder, dass sie damit keinen Erfolg haben.
    Das heißt dann soviel wie: ich bin dagegen, die Argumente für meine Meinung beziehe ich aber von der UNESCO.

    Ich bin gegen die Brücke wegen dem Verlust an Landschaftsqualität. Dauerhaft unverbaute Elbauen sind in meinen Augen mehr wert als Fahrtzeitverkürzungen.

    @ Jo: Eine Brücke in einer Kulturlandschaft hat nichts mit Kultur zu tun, sondern mit Verlust derselben. Solche Bauwerke tragen immer nur aus der Ferne betrachtet zum Landschaftsbild bei, während vor Ort die Belastungen (Verschattung, Lärm, Dreck, Graffiti,…) entstehen. Das ist bei der Golden Gate Bridge oder beim Blauen Wunder nicht anders.

    Das Blaue Wunder steht kaum noch in der Kulturlandschaft, sondern ist an beiden Enden eingebaut. Was auf lange Sicht (50 Jahre) der Waldschlösschenbrücke auch passieren kann.

  13. Stefan

    Wenn es den Brückengegnern nur um den Titel ginge, würde der Slogan wohl “Welterbetitel erhalten!” heißen. “Welterbe erhalten!” dagegen sagt aus, dass es um die Erhaltung des Natur- und Kulturraumes Dresdner Elbtal in der jetzigen Form geht. Von daher wäre das Vorhaben so gesehen gescheitert, wenn der Titel erhalten bleibt und die Brücke dennoch gebaut wird. Auch mit Brücke hat das Dresdner Elbtal noch einen herausragenden Wert, aber die einmalige Landschaftqualität des unverbauten, langen Elbbogens ist eingeschränkt.

  14. Stefan

    So etwa gegen 16:40 habe ich es als Eilmeldung auf tagesschau.de gesehen: Der Welterbetitel für das Dresdner Elbtal wurde aberkannt.

    Vor ein paar Tagen noch dachte ich, dass mich das nicht allzu sehr stören würde, da ich fest damit gerechnet hatte. Aber nun da Klarheit da ist, macht es mich doch schon betroffen. :cry:

    Zu hoffen bleibt, dass die Verantwortlichen der Stadt dies nicht zum Anlass nehmen um nach dem Motto “Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert” weitere Projekte im ehemaligen Welterbegebiet zu verwirklichen. Das Elbtal sollte auch mit Brücke weiter geschützt werden!

  15. Frieder

    Dresden/Sevilla (AP) Das Welterbekomitee der UNESCO hat das Dresdner Elbtal von der Liste der Welterbestätten gestrichen. …

    Ich schäme mich für diese unfähige Stadtregierung, so arrogant und dumm. Ich habe täglich mit Gästen unserer Stadt zu tun, die betrachten uns als Schildbürger …

  16. Lex

    Das Erwartete ist eingetroffen. “Titel” hin oder her. Traurig ist es allemal. Das Leben wird hier aber trotzdem weiter gehen. Die Entscheidung schmerzt und sie ist aktuell. Wirds in paar Jahren noch jemanden kümmern? Das wär auch mal interessant. Aber gut, es ging ja nicht wirklich um “Titel” und “Image”. Wichtig auch die Frage, die “Christian mit i” aufgeworfen hat. Ich bin kein wehementer Brückengegener und stehe dazu. Nur hoffe auch ich, dass es nicht ein Anfang oder Freifahrschein für weitere Bebauungen ist. Das kann man wohl nicht ausschließen.

  17. Andreas

    [quote=Lex]Die Entscheidung schmerzt und sie ist aktuell. Wirds in paar Jahren noch jemanden kümmern? Das wär auch mal interessant.[/quote]

    Die Negativpublicity ist Weltweit in den Medien. Jeder, der in Zukunft einen Urlaub in Deutschland plant, wird an Dresden als die Stadt denken, der der Weltkulturerbestatus wieder aberkannt wurde – auch noch in 10 oder 20 Jahren. Chance vertan… :???:

  18. Lex

    Glaub ich nicht. Vereinzelt vielleicht. Die Zeit ist schnelllebiger als man denkt.

  19. stefanolix

    Der Welterbetitel kann ja meinetwegen weg sein. Aber dann könnten wir jetzt vielleicht wenigstens noch eine ästhetische Brücke daraus machen. Ingenieure und Architekten sollten uns mal erklären, was man aus dem jetzigen Stand noch machen kann.

  20. Stephan

    @stefanolix: Ein gewiefter Ingenieur zieht einen Tunnel an den vorhanden Fundamenten vorbei und untertunnelt damit die Elbe.

    Einzig die beiden Brückenköpfe (Betonköpfe) müssten weg.

    Die vorhanden Fundamente nutzt man für eine grazile Fussgängerbrücke. Diese Alternative steht schon eine ganze Weile im Raum. Die Medien haben sie aber noch nicht entdeckt.

  21. Chrstian mit i

    Der Zug ist abgefahren. Aber sowas von.
    Zwei Gründe:
    1. “Vorwärts immer, Rückwärts nimmer” liegt der Diskussion auch in der real existierenden, kollabierenden Marktwirtschaft zu Grunde. Tunnel ist rückwärts. Brücke durchboxen ist vorwärts.
    2. Wird ja auf Grundlage eines Bürgerentscheids gebaut. Wie konnte das eigentlich passieren? “Ich hab’s schon einmal gesagt und ich sage es nochmal: Demokratie funktioniert einfach nicht” (Homer J. Simpson)

    Oder: Sieht noch jemand Möglichkeiten gegen das Dilemma was zu tun?

  22. stefanolix

    Betonköpfe müssen weg: sehr schön gesagt;-)

    Mir fällt auf, dass sehr viele Leute immer wieder auf das Prinzip der versunkenen Kosten reinfallen (»Nu hammr schon so viel reingesteckt, da könn’mr nu ni mehr zurück«) und dass die etwas Einsichtigeren ihre kognitiven Dissonanzen mit Hingabe pflegen. Schade. Dann bekommen wir eben diesen »Trümmer von Brücke«.

  23. Lex

    @Christian: Wie willst du das ändern? Es gab ja nun mal einen Mehrheitsbeschluß, welcher eben umgesetzt wird. Von daher funktioniert Demokatie schon in ihren Grundzügen ;-) Würde die Brücke nicht gebaut und engagierte Befürworter wollten sie unbedingt durchboxen, könnten die sich die selbe Frage stellen. Welches Recht soll gelten? Das Recht von Mehreiten oder das wer am lautesten schreit (wofür auch immer und ganz losgelöst von der Brücke). Und wie wäre es einer Diktatur? Da würde gebaut oder nicht gebaut und basta! Auch da gäbe es aber Parteien die nicht einverstanden wären. Was sollen die dann machen?

  24. stefanolix

    In einer Diktatur gäbe es gar keine (andersmeinenden) Parteien.

    In einer wirklich funktionierenden Demokratie würde ein Grundsatzbeschluss gefasst [JA zur Querung] und der würde dann schrittweise verfeinert und verwirklich. Ich bin doch gar nicht gegen eine Querung der Elbe. Ich bin gegen /diese/ völlig verfehlte Art der Querung. Und wenn eine überzeugende Verbesserung möglich wäre, würde ich auch dahinterstehen.

  25. Chrstian mit i

    @Lex:
    Das ist jetzt nicht direkt auf die Brückenproblematik bezogen:
    Ich bin grundsätzlich ein Anhänger der direkten Demokratie, muss aber leider immer wieder feststellen, dass sie bei Planungsenscheidungen an ihre Grenzen stößt. Irgendwie sind wir noch nicht so weit, wie die Schweizer.
    Häufig wird ein Bürgerbegehren dazu benutzt dem ohnehin unbeliebten Bürgermeister eins rein zu würgen. Da geben sich dann Opposition und Lokalzeitung die Hand und gehen auf Leser-/Stimmenfang.
    Auch hängt dann die Frage wo das Kreuzchen gemacht wird dann mehr von Ideologie des Wählers (Auto vs. ÖPNV oder Naturschutz vs. Arbeitsplätze), den gegenüberstehenden Parteien (Regierung vs. Opposition) und der Stimmungsmache der Medien ab, als von einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema und dem Projekt.

    Wenn man solche Entscheidungen fällt, hat man auch die Verantwortung sich mit den Folgen auseinander zu setzen. Und nur ein geringer Anteil der Wähler macht das wirklich.

    Grundsätzlich sollten solche Entscheidungen tatsächlich demokratische gefällt werden, aber dann dürfte man erstens den Kreis der Befragten nicht willkürlich an Stadtgrenzen festmachen. Zweitens müssten die Medien eine tatsächlich unparteiische Rolle spielen und neutral berichten (was in der Realität nie passiert).
    Drittens, viertens und fünftens fallen mir gerade nicht ein, aber: ich bin sehr unglücklich mit dem gegenwärtigen System der Bürgerbegehren.

  26. Stefan

    @stefanolix:
    Über Ästhetik einer Brücke kann man wieder lange streiten, da dies wohl jeder aus seiner subjektiven Perspektive anders sieht. Was genau findest du an dieser Brücke unästhetisch? Die Dimensionen? Die Betonpfeiler?

    Soweit ich weiß, wird ja die modifizierte und entschärfte Variante von Burger gebaut, der schon versucht hat, die Pfeiler zu schmälern und die Übergänge zum Elbhang angenehmer zu gestalten.

    Die Ergebnisse der sogenannten Perspektivwerkstatt waren nun auch nicht überzeugend. Soweit ich weiß, waren dies alle Stegbrücken.

    Ich finde schon, dass eine Bogenbrücke generell ihren Reiz hat, wüsste aber auch nicht wie man die jetzte Brücke zu mehr Ästhetik weiterentwickelnt sollte. Wahrscheinlich ist es jetzt eh so gut wie unmöglich, da jetzt noch Umplanungen vorzunehmen.

  27. jo

    ich hab mal ne frage zwecks tunnel-variante: ich bin da nicht so informiert und würde gerne wissen wie sich A) die tunnelein und ausfahrten gestalten? also wo liegen diese dann genau? wie lange sind die rampen damit Lkws (4,5m höhe) unter den fluss durchfahren können? wie sehen die anschlüsse dann in johannstadt und gegenseite aus? UND was mich interessiert ist, wie kommen gerade wir Dresdner dazu einen Tunnel unter den FLuss zu graben, bei den Hochwassererlebnissen?? Da fragen sich doch aussenstehende, ob man hier aus DER Flut gelernt hat.
    ich schliesse mich meinen Vorgängern an und bedauere das Ergebnis, sehe darin aber ein Potenzial dass wir uns nicht nur gegen weitere bebauungen wehren müssen, sondern dass man in Zukunft rechtzeitig daran denkt WIE um himmelswillen etwas aussehen muss wenn es in solch einer kulturell wertvollen Gegend gebaut wird.

  28. Stephan

    jo, du kannst doch sicher das Internet bedienen, oder?

    http://www.elbtunnel-dresden.de/

    http://www.welterbe-erhalten.de/

  29. stefanolix

    Wenn eine Perspektivenwerkstatt kein Ergebnis bringt, muss man bessere Leute einladen. Professor Schlaich (den man als deutschen Brückenbau-Papst bezeichnen kann) hat in der Zeit des Alternativentwurfs eine vorzügliche Lösung eingereicht, er wurde aber von unseren Stadtoberen rüde abgebügelt. Die Lösung war damals mit mehreren anderen Entwürfen in der »SZ« zu sehen.

    Stefan, die modifizierte Variante ist doch ein Witz. Ich weiß noch wie heute, wie die Leute mit der Tageszeitung vor dem Zeitungsladen standen und ein »Häh? Wie bitte?« nicht unterdrücken konnten. Niemand wird merken, welche Variante gebaut wurde, weil sie in ihrer Hässlichkeit beide gleich sind. Schau Dir das Bild noch mal an.

  30. Lex

    Ich MUSS diese Brücke nicht haben, bin aber auch kein Gegner und werde sie, sofern sie dann steht täglich nutzen/nutzen müssen so wie jetzt das Blaue Wunder. Ich hoffe das wenigstens eine Entlastung des Schiller- und Körnerplatzes spürbar erfolgt. Auch diese Plätze zusammen mit dem Blauen Wunder (welches nicht auf ewig befahrbar sein wird) zählen für mich zu einem historischen und kulturellen Erbe. Wie das dort aussieht weiß jeder der täglich drüber muß. Der Stau geht meist bis Striesen und Nebenstraßen hinein. Ich hoffe sehr, dass die neue Brücke dann in der Tat ein wenig Entlastung bringt. Tunnel wäre schön gewesen. Ich kann mich aber nicht aus dem Fenster lehnen und sagen, ja das ist alles easy machbar, wenn Experten das Gegenteil behaupten. Ich bin jedenfalls keiner. PS: Fußgänger und Radfahren wären wohl auch außen vor.

    Zum Design. Ja da kann man streiten und man kann es niemanden Recht machen. Ich gehöre auch zu denen, die sich was schöneres vorstellen könnten. Warum solch ein großer Bogen? Warum nicht flacher, vielleicht sogar mit Sandsteinelementen, passend zu Dresden. Über Kosten braucht man ja wahrlich nicht mehr diskutieren. Die sogenannten Kompomiss-Änderungen die mal durch die Zeitung gingen habe ich auch nicht gesehen. Nicht mal beim 2. hinsehen. Auch bei mir gings damals hää?

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