Der Zug der Freiheit

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Es war im Spätsommer 1989, als sich ausreisewillige DDR-Bürger in der Prager Botschaft sammelten. Zeitweise waren es bis zu 4.000 Flüchtlinge, die sich auf dem Gelände aufhielten. Unter dessen wurde in den Regierungen verhandelt, wie die Situation aufgelöst werden kann. Am 30. September durften die Menschen dann ausreisen. Diese Vorkommnisse zählen heute zu den Meilensteinen der Friedlichen Revolution. Es wurden Züge in Prag bereitgestellt. Dann ging es über Dresden, Freiberg Karl-Marx-Stadt und Plauen bis nach Hof.

Als Erinnerung an jene Zeit fährt am 1. Oktober 2009 ein Sonderzug bestehend aus fünf historischen Wagen noch einmal entlang dieser Strecke. In der Hauptstadt der Tschechischen Republik startet der Zug 8 Uhr und er wird gegen 11 Uhr auf dem Hauptbahnhof in Dresden einfahren. An den verschiedenen Stationen sind Programme geplant. In Dresden werden die Sinfoniker im Hbf spielen. An der Endstation im bayrischen Hof wird es ein Feuerwerk geben und ein Denkmal wird eingeweiht. Die Wagons sind im Inneren künstlerisch gestaltet und einige Zeitzeugen werden an Bord sein.

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10 Reaktionen zu “Der Zug der Freiheit”

  1. Johanna

    Schöne Geschichte. Es war sehr interessant für mich darüber zu lesen. Danke dafür.

  2. Lex

    Eine sehr interessante Sache! Aber wie lange wird der Zug denn Station hier machen? Hoffe der fährt nicht nach 5 Minuten wieder weiter :mrgreen:

    Mit der Durchfahrt der Züge mit den Botschaftsflüchtlingen durch Dresden entstand ja eine explosive Situation. Tausende wollten ja dort noch “aufspringen”. Die Staatsmacht setzte massiv Polizei und in zweiter Reihe sogar höhere Offiziere der Militärakademie zur “Absicherung” ein. Ein Zeichen, dass es mit dem System zu Ende ging. Habe damals das erste mal Polizisten mit Helm und Schildern gesehen. Werde diese Tage im Herbst 89 nicht vergessen.

    PS: Komme gerade von einem Kurztrip aus der Schweiz! Damals gar nicht dran zu denken!

  3. stefanolix

    Wenige Tage später kam der Ruf auf »Wir bleiben hier!« und genau ab dem Zeitpunkt war ich auch öffentlich dabei. Wir wollten hier in Dresden etwas ändern und nicht alle ausreisen. Mächtig war auch der Ruf »Keine Gewalt!«, der, soweit ich mich erinnere, genau nach den Ereignissen Anfang Oktober 1989 aufkam.

    Es war in meinen Augen Wahnsinn, auf fahrende Züge aufspringen zu wollen oder die Züge zum Anhalten zwingen zu wollen. Allerdings muss man dazu auch sagen: wir hatten ein wenige Wochen altes Baby, insofern kam das nicht in Frage.

    Nebenbei: Es war auch Wahnsinn, die Züge überhaupt durch die DDR fahren zu lassen. Was sie sich dabei gedacht haben, werde ich nie begreifen.

  4. » Nachgebloggt

    [...] Der Zug der Freiheit – Sonderzug Prag-Dresden-Hof 1. Oktober 2009 … [...]

  5. Feybser

    Laut Völkerrecht mussten die DDR Bürger noch einmal über das Hoheitsgebiet ihres Landes fahren, bevor sie aussreisen, die Züge mussten also so fahren.

  6. stefanolix

    Ganz ehrlich: das ist für mich eher ein Vorwand der DDR-Führung für eine Machtdemonstration als eine schlüssige Begründung.

    Hätte die DDR den Zug zwischen der Grenze und Bad Schandau einmal mit seiner vollständigen Länge auf DDR-Gebiet abgestellt, dann hätte er über Wien zurückfahren können und es wäre der selbe Effekt erzielt worden. Aber ihn durchfahren zu lassen, das hat unnötig Gewalt ausgelöst und sinnlose Zerstörungen am Hauptbahnhof verursacht.

    Die Leute, die über Ungarn abgehauen sind, wurden ja schließlich auch nicht noch mal über DDR-Gebiet geleitet und es hat mit dem Völkerrecht trotzdem keine Schwierigkeiten gegeben.

  7. Lex

    Ich glaub mit dem Völkerrecht hatte das nix zu tun. Ich bin nicht sicher, ob man sich darauf berufen hatte. Es wurde aber von der damaligen Regierung zur “Bedingung” gemacht über DDR Gebiet zu fahren, damit die Flüchtlinge aus Prag ausreisen konnten.

    Für mich zur damaligen Zeit im übrigen ebenfalls unverständlich wie da Familien mit Kleinkindern oder Kinderwagen sich in DD in diese Situation begaben. Kann ich übrigens heute noch in keinster Weise nachvollziehen.

    Ja Stefanolix, bei mir war es ähnlich. Ab der Woche waren wir dann auch regelmäßig zu den Demos. Machte zu der Zeit gerade mein Abi. Aber an lernen war doch an diesen Tagen und Wochen der Wende gar nicht zu denken. Jede aber auch jede Zeitung wurde zerflückt. TV bis in die Nacht (Kabel hatten wir seit ´88 ja hier schon).

    In Leipzig war ich auch mal mit 70.000 Menschen dabei. Sieht man Reportagen, dann wird einem erst mal bewußt, in welcher potentiellen Gefahr man sich doch befand. Ich hab das damals überhaupt nicht realisiert. Fühlte mich in dieser Masse mehr als sicher. 2 Luftlanderegimenter sollen aber durchaus bereit gestanden haben und weitere Truppen waren auf den Autobahnen schon unterwegs. Es ist aber friedlich geblieben. Wohl das größte Wunder und doch ein Zeichen der Vernunft, dass uns Peking erspart blieb.

  8. Kultur Aktiv e.V.

    Hallo ihr der Zug kommt um 11 in DD an und fährt 12:30 wieder ab.

  9. Lex

    Danke für die Info. Ist ja leider ein enges Zeitfenster.

  10. steffi

    …..ja und ich war mit 13 Jugendlichen dabei, wir hatten Geschichte zum Anfassen … ich war 1989 25 Jahre alt, diese Fahrt war für mich Gänsehaut pur, ich habe viele interssante Menschen kennen gelernt und habe mich gefreut, dass meine Jugendlichen nicht nur Spaß hatten, sondern viel gefragt haben … ich ermöglichte ihnen Zeitzeugen zu werden … Danke ihr “Kultur-Aktiven”…

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