Schwarz auf Weiß

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Gesetern war Deutschlandpremiere von Günter Wallraffs neuesten Film “Schwarz auf Weiß“. Wieder schlüpft Wallraff, sozusagen undercover, in eine andere Rolle, nämlich die des dunkelhäutigen Somaliers Kwami Ogonno. In der Maske auf “Schwarz” getrimmt, bereist Wallraff so die Bundesrepublik Deutschland von Nord nach Süd, von Ost nach West. Natürlich mit der Erwartung, jedes Urteil (Klischee ist irgendwie das falsche Wort) von Deutschen gegenüber eines Farbigen zu bestätigen oder bestätigt zu wissen. Welche Erfahrungen der Undercover Künstler in seiner Rolle gemacht hat, kann man in den Kinos also jetzt erfahren. Ein Streifzug durch Deutschland über (In)Toleranz und (IN)Akzeptanz von in diesem Fall farbigen Ausländern in unserem Land und wie oder worüber diese hier wohl definiert werden. Schwarz auf Weiß ist sicher sehenswert und interessant.

Ganz unumstritten ist der Film bzw. Wallraffs Rolle allerdings auch nicht. Teils schon polarisierend. Wenn man Erwartungen bestätigen will, dann schafft man das natürlich auch. Eine recht sichere Angelegenheit war es bspw., das Wallraff sich in einen Eisenbahn-Zug von Fußballfans begab. Unbestritten, dass Wallraff natürlich hier die Bilder bekommt, die er auch erwartet. Das es sich um ein Spiel im “Osten”, nämlich zwischen Dresden und Cottbus handelte, wundert da keinen. Ja, und die Fans erfüllen natürlich zu 100% ihre angedachte Rolle. Und der Ossi natürlich gleich mit. In einem Zug zwischen Gladbach und Dortmund hätte man die Szenen sicher “nicht bekommen”. Nun ja.

Ob oder wann der Film in Dresdner Kinos zu sehen ist, haben wir leider noch nicht herausbekommen bzw. dazu nichts finden können. Würden uns ihn schon gern mal anschauen aber deswegen nun auch nicht nach München, Berlin oder Köln fahren. Der WDR und ARTE sind allerdings mit von der Partie und so wird er wohl bald auch im TV zu sehen sein.

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4 Reaktionen zu “Schwarz auf Weiß”

  1. jo

    ich bin auch gespannt wie der ist. Würde mich sehr interessieren. Klar ist das natürlich ne art Absicherung so etwas hier im Osten zu filmen (Michael Moore benutzt eben auch diese Taktik in seinen Filmen). Allerdings ist das ja genau die Wahrheit: zwischen Dormund und und Gladbach wäre das nicht passiert, weil dort die Leute mit Ausländern auskommen können und hier tun sie das (mehrheitlich) einfach nicht. Natürlich kapieren das die meisten die diesen Film zumindest im Ausland sehen nicht.Für die sind wir Dresdner alle automatisch Nazis. Auch für die anderen Teile Deutschland gilt dies. Aber ich muss eben auch sagen dass das hier so ist und solange man hier mit Sicherheit auf solche Reaktionen stossen kann, wird Dresden diesen Ruf nunmal haben. Genau das sind die feinen aber deutlichen Unterschiede: als farbiger kann ich hier nunmal kein Fussballspiel besuchen oder einfach nur in einem Zug sitzen, im Ruhrgebiet geht das aber. Ich schäme mich wirklich für diese Angelegenheiten hier, dass muss wirklich mal aufhören sonst kommen überhaupt keine Leute mehr hierher und Dresden bleibt eine Touri-Hochburg in der sich die Leute gerne umsehen, aber dann schnell wieder weiterfahren nach Berlin beispielsweise.

  2. Dirk

    Also der Typ nervt mich seit seinen unrealitischen CallCenterAgent Erlebnissen.

  3. jo

    nazis nerven mich auch

  4. stefanolix

    Ich behaupte: es liegt im Menschen so drin, dass er als Teil einer aufgeregten Gruppe anders tickt. Egal ob es Ossis, Wessis, Türken, Engländer oder Angehörige einer anderen ethnischen Gruppe sind — mit Sportfans, deren Mannschaft gerade verloren hat, kann »das« überall passieren.

    Wart Ihr schon mal in einer U-Bahn in Köln/Bonn mit Türken, die gerade von einem Spiel heimkommen? Da kann man sich als Deutscher eine Menge Worte anhören, die nicht im Knigge stehen und auch in keiner Weise »politisch korrekt« sind. Frauen bekommen übrigens gern mal sehr anzügliche Sprüche zu hören, die mit »Hure« noch lange nicht am Ende der Möglichkeiten liegen.

    Bei Wallraff finde ich problematisch, dass seine Enthüllungen zum Teil notwendigerweise auf Lügen beruhen (er gibt sich als etwas aus, das er nicht ist) und dass ich dann seine Glaubwürdigkeit nicht wirklich einschätzen kann.

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