Der Eingang zur Hauptstraße

Anzeige

Die Plattenbauten am Eingang zur Hauptstraße aus Richtung Altstadt werden abgerissen. Nun hält Moderne Einzug. Da ist in Dresden Streit vorprogrammiert.

Da kam also in der vergangen Woche wieder mal ein städtebauliches Thema auf den Tisch bzw. zur Diskussion. Wie soll er gestaltet werden, der Eingang zur Hauptstraße? Noch säumen links und rechts hinter dem “Goldenen Reiter” die leeren Plattenbauten aus vergangen Zeiten den Zugang zur Hauptstraße.

Sie passen ja schon seit langem nicht mehr dort hin und schön sehen diese ehemaligen Neubauten auch wirklich nicht aus. Aber was soll denn nach dem Schwingen der Abrissbirne gebaut werden und vor allem wie oder was? Entschieden hat man sich nun wohl für einen Entwurf des Investors Heinz Nettekoven und seinem Architekten Thomas Knerer. Ein paar Eindrücke gab es ja bereits in der SZ zu sehen.

Hin und her gerissen. Alt oder neu? Modern oder barock? Verwirrend neu oder altbacken?

Das es  Wiederstand gibt, war eigentlich zu erwarten. Vor allem die Gesellschaft Historischer Neumarkt übte harsche Kritik. Nun bin ich hin und her gerissen. Man kann ja über die Entwürfe streiten, und das es diesen Gewandhausklotz am Neumarkt nicht geben wird, ja da fiel uns allen ein Stein vom Herzen!

Wie viel Moderne aber verträgt Dresden? Viel ist ja davon nun wahrlich nicht zu sehen (abgesehen von 250m langen Straßenbahnhaltestellen und einer schiefen Stele). An “jedem” Fleck in Elbflorenz würde es sicher Widerstände geben. Das Engagement für Rekunstruktionen nach früheren Vorbildern in allen Ehren. Aber soll die Stadt denn wirklich 1:1 wieder so errichtet werden, wie man sie vor 1945 kannte? Ändern sich nicht auch die Zeiten? Manchmal kann ich das Wort Barock schon nicht mehr hören. Hat so einen musealen Touch. Ganz im Innersten würde ich wohl aber doch eine barockgetreue Variante bevorzugen, welche eben genau zum Hauptstraßen-Viertel passt. Aber ich glaube sträuben würde ich mich gegen etwas modernes in diesem Fall nun auch nicht. Hm, ich hab keine abschließende Meinung.

Weitersagen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • Reddit
  • co.mments
  • De.lirio.us
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Kein Gewandhaus gegenüber der Frauenkirche
  2. Bilder vom Dresdner Neumarkt

14 Reaktionen zu “Der Eingang zur Hauptstraße”

  1. Thomas

    Hallo Lex!

    Es kommt irgednwie immer missverständlich rüber! Guckt Euch doch mal die restliche Altstadt von Dresden an, was ist im 26er Ring vom Vorkriegs-Dresden erhalten geblieben? Extrem wenig (3-5%), und wenn wir dann mal in den Löffler schauen sehen wir diesen schmerzlichen Verlust! Warum sollen wir nicht an ein paar!!! Stellen rekonstruieren? Es sind vielleicht bisher 20 neue/alte Barockhäuser entstanden. Was ist denn das für ein Verhältnis? Wenn es nach mir geht könnte man auch die wunderschönen neo-renaissance Fassaden vom alten Dresden rekonstruieren! Wenn man nicht rekonstruiert sieht man doch was rauskommt. Wer bewundert am Postplatz den ganzen Schund??? Niemand!

    Die leicht überholte moderne Architektur hat in Dresden viele Felder, wo sie sich austoben kann und dies auch macht. An wichtigen Stellen, wie dem Neumarkt und auch am Neustädter Markt sollte sie sich unterordnen! Gerade am Neustädter Markt wäre die Chance gewesen, das Königsstraßenviertel aus dem Dornrößchenschlaf zu holen. Augustusbrücke noch für den Verkehr gesperrt und das Neustädter Rathaus errichtet! Dresden muss sich in Zukunft abheben, sonst wird es sich touristisch nicht halten können!

    Aber weitsichtige Stadtplaner sitzen nicht in Dresden, wir haben da die 3. Garnitur aus Westdeutschland sitzen (Wurff, Will usw.) die die Doktrin des Städetbaus aus ihren Universitäten mitgebracht haben (Vgl. hierzu Städte, wie Stuttgart, Köln…)

    Es ist nicht nur die GHND, die für Stadtreapartur kämpft! Das Bild ist in den Medien verzerrt! Bedenke mal, es gab eine Unterschriftenliste mit 63000 Unterschriften für einen historischen Neumarkt!!!

  2. Feybser

    Sind die Neubauten nicht vor paar Jahren saniert wurden?

  3. D.

    ne, nur der vordere teil. An der Stelle war mal Libeskind geplant!

  4. Jo

    ich verstehe die Diskussion garnicht. Da labern die Leute was von Stadtreparatur und wollen irgendeinen Touri-Attraktator aufbauen und einen mystischen mittelatler-flair, den es hier noch nie gab. Die Sache ist denkbar einfach:
    da sind Häuser die will man jetzt nicht mehr: WARUM? schlechte Materialien? schlechte Grundrisse?
    Was möchte man an dieser Stelle für eine Nutzung haben? Wahrsch doch wieder Wohnungen, und die MÜSSEN den heutigen Ansprüchen gerecht werden und können keine alberne Rekonstruktion irgendeines mittelmässigen Wohnhauses barocken Stils sein.

    WER um himmelswillen möchte eigentlich immer den Zustand vor 1945 herstellen? Und Warum? Und warum nicht einen anderen, wie zb 1890 oder 1965??
    Und wieso ist dann dies nicht wie in allen anderen vom Krieg (teilweise mehr als Dresden) zerstörten Städten in den lezten Jahren bereits geschenen?
    Wer kauft sich so eine “barocke Immobilie” und an wen und für welche Preise vermietet er sie dann?
    Meinen Ratschlag: Oriertieren an dem was da IST und nicht was da einmal war und längst nicht mehr ist und damit einen vernünftigen den Bedürfnissen angepassten Entwurf machen. Überhaupt nichts ausgefallenes schiefes wie Libeskindzeugs aber auch nicht eine Rekonstruktion die die Spuren des von UNS ausgelösten Krieges verwischt!

  5. Stefan

    Thomas hat eigentlich schon alles dazu gesagt, so dass ich davon nichts wiederholen möchte.

    @jo
    Schlechte Wortwahl bei dir. Es geht um keinen “mystischen mittelatler-flair”, auch “Touri-Attraktator” war nicht das vordergründige Argument. Rekonstruktion ist nicht albern und sehr wohl sinnvoll. Es geht nicht um großflächige 1:1 Rekonstruktionen, sondern um das Wiederherstellen weniger bedeutender kulturhistorischer Gebäude, welche einmal den Kern der Dresdner Identität, des Dresdner Flair, bildeten. Wenn ich deine Argumente weiterspinne, hätten wir heute immer noch die Ruine der Frauenkirche und die Reste vom Schloss wären wahrscheinlich abgetragen worden. Die Centrumsgalerie würde dann wahrscheinlich jetzt neben der Semperoper stehen.

    Für mich ist die grundsätzliche Frage: Was ist uns unsere kulturhistorische Stadtidentität wert? Es erfordert auf jeden Fall mehr Mut, Liebe und Aufwand eine gute Rekonstruktion an einer senbiblen Stelle zu machen, als in kurzer Zeit einen Betonkasten hinzustellen, der in der Form überall stehen könnte, und das doppelte Return of Investment hat.

  6. Saysy

    Stefan ist uneingeschränkt zu zustimmen! Die Argumentationskette von JO ist abgekaut und mehrfach wiederlegt!

  7. Stefanius

    @ soso ein mittelmäßiges Wohnhaus im Barock Stil, welches dann ein Mittelalter- Flair ausstrahlt, wollen Sie nicht, aber warum dann bitte schlechte Investoren Architektur im Stil 20-90iger Jahre mir leicht inovativen Abwandlungen ?

    Naja und da Sie die anderen, modernen Städte so mögen, vermute ich das Sie im Urlaub oft in Hannover oder im Ruhrpott Ihre Zeit verbringen.

  8. Stefanius

    @ Blog Betreiber

    moderne in Dresden
    -Wilsdruffer Kubus
    -Advanta Riegel
    -Kristall Palast-
    -Synagoge
    -Feuertreppe am Landesmuseum
    -diverse Bauten am Neumarkt
    -Skt. Benno Gymnasium
    -Gläserne Manufaktur
    -Centrums Galerie
    -Altmarkt Galerie
    -Kopfbauten des Altmarktes
    -diverse Gebäude Praher Straße
    -Serumwerk
    -Wasservorhang und Schmetterling Postplatz
    -WTC
    -Liebeskind Pfeil – Armee Museum
    etc.. die Liste lässt sich beliebig fortsetzen

  9. Melchior

    ich versteh auch nicht, warum immer alle so tun als würde ganz dresden mit barockbauten rekonstruiert werden? wie thomas schon schrieb, ist kaum noch was erhlaten. in der altstadt fast gar nix und in der neustadt wird durch den provozierenden, angeblich modernen neubau der altbaubestand des königsstraßenviertels noch in eine weitere hinterhofsituation gebracht. jedes mal geht hier ein kampf los, wenn engagierte bürger etwas stadtreparatur betreiben wollen. wieviel barockbauten stehen denn am neumarkt? ich komme auf höchstens 20 und stefanius liste sagt ja schon alles, zumal die genannten bauten noch nicht mal eine hohe aufenthaltsdauer zulassen. die denkweiese einiger versteh ich einfach nicht :idea: :?: :!:

  10. Lex

    Danke an ALLE für die guten Beiträge und die anregende Diskussion. Bin immer noch etwas hin und her gerissen obwohl das Herz, wie wohl der meisten Dresdner eher für Rekonstruktion tendiert. Würde aber Jo´s Argumentation nicht als völlig abwägig betrachten. Ich denke so einfach abtun oder totschlagen kann man es nun auch nicht.

    Ist halt nicht einfach, wenn man vor 1945 praktisch ein Gesamtkunstwerk hatte, wovon praktisch nichts mehr übrig ist. Es wäre wirklich schön wenn vieles davon wieder entstehen könnte und ja da stimme ich Stefan zu, das machte ja den Flair hier aus und würde sich “nachhaltig” von benannten Beispielen westdeutscher Städte abheben.

    Fraglich ist aber auch, wie alles den heutigen Ansprüchen an Zweckmäßigkeit und Finanzierbarkeit gerecht werden kann. Keine Frage, das kann bei modernen Bauten ebenso schief gehen.

    Frage mich auch, wo fängt man an, wo hört man auf (mit Rekonstruktionen) wenn man sich das alte Stadtzentrum anschaut, so eng bebaut wie es war. Ein wirkliches Zentrum gab es ja nach der Bombardierung praktisch nicht mehr. Dresden ist extrem weitläufig. Durch das in den letzten Jahren Entstandene hat sich da vieles zum Besseren gewendet. Jedenfalls mein Eindruck. Aber das ist ja ein anderes Thema.

  11. Thomas

    hallo lex!

    guter beitrag, den man so stehen lassen kann!
    um aber nochmal auf die rekos zurückzukommen. es sind ja (von den meisten) nur rekos an prägnanten stellen gefordert. ich finde, die stadt sollte (endlich) eine verbindliche satzung verabschieden. die könnte folgendermaßen aussehen: neumarkt: primär rekonstruktionen mit untergeordneten neubauten. keine provokation seitens der mod. architektur. sekundär: neustädter markt: rekonstruktion neustädter rathaus und ein paar leitbauten an den freien stellen der ehemaligen großen meißner landstraße mit gleichzeitiger verlegung der straße in einen tunnel, sodass ein neuer platz mit mittelpunkt goldener reiter entsteht, der über eine autofreie augustusbrücke als verlängerte touristen/flaniermeile erreicht wird.

    das wäre ein tolle symbiose! im restlichen gebiet der stadt können meinetwegen überall moderne bauten enstehen. so z.b. am postplatz, am ferdinandplatz, wieder platz usw…es gibt genügend ausgewiesene plätze.

    eine satzung würde die grabenkämpfe gegen die minderheit des stadtplanungsamt und der architekten beenden. alle seiten wären zufrieden. oder? dafür sollten wir eintreten. ich hoffe der stadtrat versteht das auch und wird aktiv.

    für alle interessierten, die GHND veranstaltet am 26.02.10 ein Symbosium mit dem thema neustädter markt. es werden namenhafte persönlichkeiten eingeladen. weitere infos bald unter www.neumarkt-dresden.de

    grüße frieder!

  12. Stefan

    @Lex
    Du hast die Reizpunkte nochmal ganz gut aufgezeigt. In der Tat schwer pauschal zu beantworten.

    @Thomas
    Das wäre schon echt genial, wenn die Große Meissner unter die Erde kommen könnte. Leider scheint die Stadt dafür kein Geld zu haben. Auch die Reko manches Bürgerhauses und des Neustädter Rathauses wäre toll, die Keller sind ja noch intakt. Vielleicht könnte die Stadt da sogar ihre Verwaltung o.Ä. unterbringen. Für die Wiederherstellung von Häusern direkt an der Großen Meissner sehe ich keine Chancen, da der alte Stadtgrundriss da zu kleinteilig ist. Wenn Reko, dann nur an der Hauptstraße und direkt am Neustädter Markt. Unter Erde 4-spurige Straße und drüber Straßenbahn, Fahrräder und Fußgänger. Von dem Symposium am 26.02. weiß ich ja noch gar nichts. Wo steht das?

  13. Thomas

    hallo stefan!
    hat dr. stefan hertzig im aph forum veröffentlicht. wo es stattfindet ist noch nicht klar auf jeden fall ca. 18.30 – 21.30 uhr. am besten ab und zu mal auf der neumarkt seite vorbeischauen. dürfte auf jeden fall interessant werden.

    Hier nochmal die originalmeldung:
    “Die GHND wird am Freitag, den 26. Februar 2010 an einem noch anzugebenden Ort, um ca. 18–21:30 Uhr eine

    Öffentliche Podiumsdiskussion zur weiteren Entwicklung der Inneren Neustadt

    veranstalten.

    Es werden neben den Dresdner Stadträten auch Mitglieder der Bürgerinitiativen aus Potsdam, Wesel, Berlin und Frankfurt a. M. teilnehmen.”

    Wir bitten dringend um Euer sehr zahlreiches Erscheinen!”

    Mit etwas Willen wäre in der Stadt viel zu erreichen!!!!

    Gruß Thomas

  14. randOM

    Mal ganz ehrlich, mir ist es egal, denn letztendlich setzt sich in Dresden trotz aller Diskussion und Erregung erfahrungsgemäß das Mittelmaß durch. Ich habe nichts gegen moderne Architektur. Damit meine ich aber nicht solchen Mist wie am Altmarkt (hat sich darüber eigentlich mal jemand beschwert?). Liebeskind wäre toll gewesen, Stella damals auch. Die 10.000ste Glas- und Betonfasssade brauchen wir selbstverständlich auch nicht. Jo hat schon Recht: entscheidend ist, was man will bzw. wofür man’s nutzen will. Und da werden wohl wieder ökonomische Gesichtspunkte die Hauptrolle spielen und keine stadtplanerischen und schon garnicht ästhetische.

    Wie hat meine Omi immer so schön gesagt: Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann.

Einen Kommentar mit Link schreiben

Smileys