“Ossi” Prozess in Stuttgart

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Unglaublich aber wahr: am Stuttgarter Arbeitsgericht soll heute die Frage geklärt werden, ob “Ossis” ein eigener Volksstamm sind.

Ossi

Hintergrund des Prozesses ist die Absage auf eine Bewerbung als Buchhalterin, die eine gebürtige Ostdeutsche (seit 1988 im Raum Stuttgart lebend) von einem Stuttgarter Unternehmen erhielt. Auf den Retourpapieren war ein Vermerk “Ossi” zu lesen. Außerdem wurde bei diversen Berufsstationen der Frau “DDR” ergänzt. Dies veranlasste die Frau, die sich dadurch diskriminiert fühlt, zur Klage. Liegt hier nun eine Benachteiligung wegen ostdeutscher Herkunft vor?

Geltend gemacht wird seitens der Klägerin ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG). Darin steht, dass niemand wegen seiner ethnischen Zugehörigkeit benachteiligt werden darf. Beschrieben wird durch den Anwalt der Frau, dass sich Ost und West während der Trennungsjahre auseinandergelebt habe. Er verdeutlicht, dass es im Osten Wortbildungen und Sitten gab, die den Westdeutschen unbekannt waren.

Von Seiten der Firma ist zu vernehmen, dass diese den Begriff “Ossi” eher positiv gemeint habe. Nach deren Angaben sind im Unternehmen mehrere Beschäftigte mit ostdeutscher Herkunft angestellt. Die Papiere mit dem strittigen Vermerk wurden versehentlich an die Bewerberin zurückgeschickt. Abgelehnt wurde die Bewerberin aufgrund mangelnder Qualifikationen für diese Stelle.

Was wird durch eine “ethnische Herkunft” beschrieben? Experten sehen den Begriff im deutschen Gesetz als nicht klar definiert an. Sinngemäß ist eine “Gruppe gemeinsamer Identität oder Abstammung” gemeint.

Wenn “Ossi” nun von den Richtern als eine eigene Ethnie bestimmt wird, könnte die Klägerin drei Monatsgehälter à 1.600 Euro bekommen. Das Geld ist der Frau an dieser Stelle aber nicht wichtig, sie möchte eine Entscheidung von höherer Ebene, außergerichtliche Einigungsversuche scheiterten zuvor.

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2 Reaktionen zu ““Ossi” Prozess in Stuttgart”

  1. Feybser

    Die Klage wurde heute vom Gericht zurückgewiesen. Wäre ja auch ein Ding gewesen, Ossis als Volksstamm :roll:

  2. Lex

    Also ich hätte mich gefreut was “ganz Besonderes” zu sein. :mrgreen: Nee im Ernst, Sachen gibts. Aber der Fall an sich is schon bissel heftig. Ging ja auch durch die Medien.

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