Zoo Dresden wird verklagt

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Vor kurzem hatte ein Elefantenbulle im Dresdner Zoo eine Pflegerin angegriffen und schwer verletzt. Wir haben davon gelesen. Nun darf man natürlich hier kein Urteil über einen Dickhäuter bilden wie über einen Menschen. Warum der im Dresdner Zoo geborene Bulle so gehandelt hat, wird Gründe haben. Man kann den Auslöser nicht unbedingt ausmachen. Vorher gab es mit dem friedfertigen Tier nie Probleme.

Der Zoo räumt ein, dass große Elefanten, wie Thabo-Umasai, in größern Gehegen untergebracht werden müssen. Dies sei auch geplant gewesen. Leider muß Thabo-Umasai nach dem Vorfall nun vorerst in “Einzelhaft” leben. Sicher nicht die nobelste Variante aber wohl im Moment unumgänglich. Eifrigen Tierschützern passte das aber nun gar nicht und schon hatte der  Zoo haste was kannste eine Anzeige am Hals. War ja klar, dass so etwas nicht lange auf sich warten läßt. Ich habe überhaupt nichts gegen Tierschutz. Aber hier gleich wieder hyperaktiv zu reagieren? Auch wenn es aufgrund vieler weltweiter Vergehen an Tieren zynisch klingen mag. Ab welcher Grenze steht (im speziellen Fall hier), der Schutz des Tieres über dem des Menschen? Demnächst bekommt man noch Anzeigen wenn man mal einen Pups (CO2) läßt!?  Für mich wieder mal der blanke Aktionismus und nichts weiter! Tut mir leid.

Natürlich kommt man nun unweigerlich zur Frage, wie wichtig sind Zoo´s oder welche Rolle spielen sie eigentlich? Natürlich leben die Tiere in Gefangenschaft und man muß ein wenig differenzieren. Wer bietet die optimalsten oder natürlichsten Bedingungen und wer sind offensichtlich, schwarze Schafe. Ich möchte letzteres dem Dresdner Zoo nicht anhängen wollen. Gefangenschaft ist dennoch Gefangenschaft. Ok.

Für mich sind Zoo´s dennoch wichtig. Sie sind für Erwachsene aber vor allem für Kinder sehr lehrreich. Man kann Tiere beobachten und kennenlernen, die in Ecken unserer Erde leben, welche für die meisten unter uns eher schwer zugänglich sind. Kinder sehen und lernen, welche Tiere existieren und welche Vielfalt es “noch” gibt. So kann man durch hautnahen Kontakt Interessen wecken und vielleicht auch das Bewußtsein fördern, dass das was man gerade sieht, es wert ist, erhalten zu werden. Gerade durch Erleben können Kinder für den Umwelt- und Tierschutz gewonnen werden.

Also lieber Tierschützer, statt völlig sinnlos Schlagzeilen zu generieren, wäre vielleicht ein begleitender Besuch mit Kindern und Schulklassen im Zoo oder die Unterstützung bei kleinen Workshops und Projekten angebracht. Man kann ja mit verschiedenen Dingen auf sich und Probleme aufmerksam machen. Ob aber ´ne plumpe Klage gegen den Zoo Dresden das Allheilmittel bzw. der richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln.

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