Unterschreiten des Mindestlohn Straftat

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Das Unterschreiten eines festgelegten Mindestlohns ist jetzt erstmals von einem Gericht als Straftat gewertet worden.

Schuldig hatte sich ein Unternehmer gemacht, welcher einer Putzfrau sage und schreibe unter einem Euro/Stunde zahlte.  Bei etwa 7,70€ soll der Mindestlohn wohl gelegen haben. Das Urteil stellt in gewisser Weise hier schon bundesweit ein Signal dar. Das kann man also hauptsächlich aus dem Fall mitnehmen.

Die Höhe des Strafmaßes ließ mich allerdings kurz auflachen. Satte 1000 Euro Strafe mußte der Sünder zahlen. Na hoffentlich hat es die Putzfrau und nicht der Staat bekommen. Muß sich ja für den Unternehmer trotzdem gelohnt haben! Je nach dem, wie es im Verhältnis zur geleisteten Arbeit gestanden haben mag.

Mindestlohn – Für und WiderSo Manches ist schon eine Schande!

Ich bin bei der ganzen Debatte noch ziemlich uneins. Man muß es wohl wirklich auf bestimmte Branchen beziehen oder gar teilweise Einzelfall abhängig machen. Fakt ist, so etwas wie im obigen Fall darf einfach nicht vorkommen. Jeder vernünftige Unternehmer würde sich für so einen Kollegen seiner Zunft schämen oder mit dem Kopf schütteln. Mir ginge es jedenfalls so.

Bestimmte Branchen die immer wieder für Dumpinglöhne unterster Schublade in die Schlagzeilen geraten, sollten in gewisser Weise schon geschützt werden und den betroffenen Arbeitnehmern zumindest einen Lebensstandart sichern, der noch über Harz IV liegt. Etwas ironisch ausgedrückt  aber oft nicht weit hergeholt.

Wie flexibel sollen Unternehmen reagieren können?

Auf der anderen Seite müssen Unternehmen aber irgendwo auch flexibel reagieren können. Natürlich in vertretbaren Maßen. Da sollten Mindestlöhne dann nicht auf einmal das Gegenteil bewirken, Zünglein an der Wage sein oder gar den Verlust eines Arbeitsplatzes bedeuten. Natürlich ist der Erfolg eines Unternehmens nicht ausschließlich am Lohn auszumachen. Aber er stellt nun mal einen wesentlichen Faktor in den Ausgaben dar. Wem gesteht man also eine solche Flexibilität, vielleicht mit dem Einverständnis der Belegschaft zu und woran erkennt man wiederum “schwarze Schafe”? Wo zieht man Grenzen, wo läßt man vieles dehnbar?

Für mich ist da eine eindeutige Lösung in Deutschland derzeit nicht erkennbar auch wenn in anderen Ländern die Zahlung von Mindestlöhnen schon längst praktiziert wird, erfolgreich oder nicht…

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Eine Reaktion zu “Unterschreiten des Mindestlohn Straftat”

  1. Dirk

    War das seine Ehefrau und die haben die Jahre hochgerechnet oder wie kommt man auf weniger als 1,-EUR?

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