Das Grabmal am Lockwitzer Wäldchen

Anzeige

Das Grabmal/ Mausoleum an der ehemaligen Krähenhütte in Lockwitz. Ein weiterer Aussichtspunkt von Dresden und ein Ort für ein kurzes Verweilen beim Spazieren am Krähenwald

Habt Ihr es schon einmal gesehen, das Grabmal oder Mausoleum hoch droben am Lockwitzer Wäldchen? Habt Ihr dabei auch gefragt wer hier wohl seine Ruhe gefunden haben mag?

Carl Johann Freiherr von Kap-herr (der Name wird wirklich so geschrieben) Besitzer des Rittergutes Schloss Lockwitz ließ diese Begräbnisstätte in den Jahren 1871 bis 1872 für sich und seine Familie errichten.

Keine Geringeren als zwei Schüler (Kirsten und Kreyhsig) des berühmten Dresdner Baumeisters Semper bauten dieses Grabmal aus Sandstein im griechischen Stil.

Die Gruft beherbergt unterirdisch ganze 48 Grabkammern. Viele Angehörige des Freiherrn v. Kap-herr wurden hier beigesetzt, ja manchmal sogar aus verschiedenen Winkeln der Welt für ihre letzte Ruhe hierher überführt. Bis zum Jahr 1945 wurden hier alle Familienmitglieder begraben.

Schon von Weitem zu sehen

In der Mitte des Waldrandes ist das Grabmal zu sehen. Bildmitte, Bundesstraße 172

Schon kurz nach dem dem Krieg wurden die Grabkammern leider immer wieder von Plünderern oder Vandalierern heimgesucht. Dieser Vandalismus hat sich leider bis heute erhalten.

Das Grabmal ist äußerlich in keinem so guten Zustand. Mehrfach wurde versucht hier zu restaurieren. Immer wieder ohne Erfolg, dank derer, die diese Stätte immer wieder mit Schmierereien, Graffiti oder Kratzereien verunstalten. Heute ist das Grabmal umzäunt, die Tore und Türen sind fest verschlossen. Aber wo gibt es schon hundertprozentigen Schutz?

Man hat mittlerweile resigniert und es bleibt nur das Hoffen auf Vernunft.

Blick in nördliche Richtung

Der Blick vom Grabmal aus ist übrigens toll. Bei guter Sicht sind westlich der Rathausturm oder die Frauenkirche der Dresdner Altstadt zu sehen. Schaut man nach Osten grüßt die Sächsische Schweiz, geradeaus blickt man in Richtung Lockwitz/ Prohlis und dahinter auf die Elbhänge mit dem Fernsehturm.

Ich war das letzte mal Ende der achtziger Jahre mit Freunden dort oben. Wir interessierten uns für das Gebäude, was wir immer nur von Weitem gesehen hatten. Keine 15 Minuten später erschien schon der Oberförster mit seinem Moped und fragte was wir da wohl wollen. Verständlich seine Neugier.

Den Weg aus Lockwitz, hoch zum Wäldchen, schneidet heute der Autobahnzubringer zur A17. Ich hatte ein wenig Glück, den richtigen Pfad überhaupt zu finden. Wer ihn wissen will kann ihn bei uns erfragen.

Hier nun endlich ein paar Bilder des Grabmals. Ich habe keine Mühen für den Aufstieg gescheut.

Das GrabmalFlaschen auf dem Zaun vorm Grabmal :-(Grabmal Freiherr v. Kap-herrAuch der Eingang ist verschlossenAchtung GerstenkörnerBlick nach OstenWaldweg zum GrabmalDas Grabmal in der FerneAutobahnzubringer S175N

PS: In Dresden gab es auch das Palais Kap-herr. 1945 wurde es zerstört. 1959 dann komplett abgerissen.

Weitersagen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • Reddit
  • co.mments
  • De.lirio.us
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Der Rodelberg Hummelmühle

Tags: , , , , , ,

8 Reaktionen zu “Das Grabmal am Lockwitzer Wäldchen”

  1. Sebastian

    Ich habe mir den Ort noch nie richtig angeschaut, nur wenn ich mit dem Rad den Borthener Berg hochgefahren bin, habe ich es immer gesehen. Aber eine tolle Sicht hat man ja von da aus. Schade, dass es so schwierig ist, es vor Zerstörung zu schützen. Es ist ja auch ringsrum nichts weiter. Vielleicht wäre eine Videokamera gut.

  2. Florian

    Anzumerken wäre noch, daß die Begräbnisstätte leer ist. Es führte eine Treppe nach unten in die Gruft, welche später zugeschüttet wurde. Hinter der Tür befindet sich also nur Sandboden.

  3. Wanderer

    Hallo,
    war heute bei der Gruft.
    Meines Wissens führte früher von der Gruft aus ein unterirdischer Gang Richtung Feld, da war ein “Brunnen”, der heute leider zugeschüttet ist und mit einem Betonring abgedeckt ist. Ich war an diesen “Brunnen” Mitte der 90iger Jahre, da war er noch vorhanden. Im Inneren des “Brunnen” war eine “Kreuzung”. Erzählungen nach ging ein Gang zur Gruft, ein Gang Richtung Bundestraße, ein Gang Richtung Luga, ein Gang Richtung Lockwitz.
    Weiß jemand noch mehr darüber?

  4. Hellmut

    Ich war in den 60er Jahren unten. Leider waren die Idioten auch damals schon am wirken. Alle Türen waren aufgebrochen und die “Schließfächer” (Entschuldigung für den Ausdruck, aber so sahen sie aus), angeordnet links, mitte, rechts, immer 2 übereinander, waren leer. Mehrmals wurden die großen Tore zugeschlossen, sogar zugeschweißt, aber es half nichts.
    Mit der Wende, Umstellung auf modernere Rechner, und unser Umzug 2000 in eine neue Wohnung ging auch meine Diskette mit sämtlichen Namen mit Geburts- und Sterbetag der dort beigesetzten Personen verloren. Ein Ausdruck müßte noch existieren, aber WO???

  5. Hellmut

    Zum Brunnen:
    Der Brunnen muß mal Wasser geführt haben. Das Steigrohr war in den 60er Jahren noch sichtbar. Es findet sich eine Rohrleitung schräg hinunter zur Straße “Am Viertelacker”, ein Stück entlang auf der talwärts linken Seite , vermutlich zum Schloß. Es gibt keine Gänge vom Brunnen in irgendeine Richtung.

  6. cs

    Hallo an alle,
    da ich durch Zufall über die Seite gestolpert bin, wollte ich auch mal meinen Senf abgeben. Ich kann mich noch gut dran erinnern als Kind oft oben am Krähenwald und dem Mausoleum gewesen zu sein. Auch war ich damals mehrmals unten in der Gruft, bevor sie Mitte der 90er Jahre mit Sand zugeschüttet wurde. Tief reingetraut hab ich mich allerdings nicht, da so viel Unrat drin lag und man nicht wusste auf was man da eigentlich tritt. An die seitlichen Vertiefungen für die Särge kann ich mich noch erinnern. Das Mausoleum wurde damals oft von Grufties und “Hobby-Satanisten” heimgesucht. Ich kann mich noch an diverse Pentagram Schmierereien erinnern.
    Der Brunnen befand sich doch mitten im Feld unterhalb des Mausoleums bei einem Baum oder? Ich meine in den 90ern noch Wasser am Grund gesehen zu haben. Ob es irgendwas besonders mit dem Brunnen auf sich hat weiß ich nicht. Auch von Gängen ist mir nichts bekannt.

  7. Werner

    Hallo,
    durch Zufall bin ich auf diese Seite getossen, finde das Interessant und will paar kurze Zeilen dazu schreiben.
    Nach sehr vielen Jahren habe ich das Mausoleum oben am Krähenhügel aufgesucht und mich über den Einsatz
    einiger Leute gefreut, die sich nach ihren Möglichkeiten darum kümmern.

    Aber hier nur einige erste und kurze Bemerkungen von mir.
    Ich bin Jahrgang 1950, seit meinem 2. Lebensjahr in Lockwitz aufgewachesen und habe bis zu meinem 23. Lebensjahr in Lockwitz gelebt (Lockwitztalstraße 72, das Haus gibt es nicht mehr!). Damals hieß das bei uns “Krähenhütte” (wahrscheinlich wegen des alten Hauses des Försters, das nicht mehr existiert). Wir waren oft dort oben. Das Mausoleum kenne ich noch von innen (hier erinnere ich mich noch sehr intensiv daran- an das was ich/wir damals dort unten gesehen haben (bei Interesse kann ich davon berichten). Damals war ich ca. 6/7 Jahre alt. Auch von dem genannten Brunnen, mitten im Feld, dessen Ausgang am Weg und dem “geheimen Gang” sind meine Erinnerungen!
    Jetzt ist nichts mehr davon zu sehen, die Zeit und die Autobahn haben ihres dazu getan. Auch gab es hier oben eine Pelztierfarm, mitten in dem kleinen Wäldchen.

  8. Alex

    Hallo Werner und alle Anderen, vielen Dank für Eure Schilderungen. Natürlich interessieren uns alle Details die Ihr noch in Erinnerung habt. Vor allem vom Gang und dem Brunnen. Das klingt wirklich spannend. Ja schade dass man da wohl nichts mehr findet. Auch im Grabmal selbst waren wir noch nicht. Ist ja auch eingezäunt. Das vorletzte mal waren wir Ende der 80iger da oben. Da war der Eingang auch schon zugeschweißt. Aber auch ok. Letztlich will man ja auch die “Ruhe” nicht stören, auch wenn da wohl niemand mehr liegt.

Einen Kommentar mit Link schreiben

Smileys