Hochwasser in Dresden – Die Bedrohung durch Grundwasser

Anzeige

Als Stadt, gelegen im durch die Elbe geschaffenen Talkessel, wurde Dresden schon oft zum Opfer von Hochwassern. Die ersten Dokumentationen  entsprechender Ereignisse reichen viele hundert Jahre zurück. Vor allem die Brücken über die Elbe und die nahe am Fluss gelegenen Wohngebiete wurden immer wieder in Mitleidenschaft gezogen.

Zu den schwersten Hochwassern zählten dabei die der Jahre 1785 sowie 1845. Die 1845 erreichten Rekordstände wurden erst im Jahre 2002 übertroffen. Bei diesem Hochwasser kamen in Sachsen zwanzig Menschen ums Leben. Die Sachschäden beliefen sich auf sechs Milliarden Euro. Elf Jahre später wurden im Rahmen des nächsten schweren Hochwassers 23.500 Menschen evakuiert und mehr als 1.650 Hektar des Stadtgebiets von Dresden überschwemmt.

Hochwasserschutz betrifft auch das Grundwasser

2002 hatte die überflutete Fläche in Dresden sogar 3.100 Hektar betragen. Hierdurch stieg der Grundwasserspiegel zum Teil bis kurz unterhalb der Erdoberfläche. Diese Entwicklung führte zu einer Vielzahl unterschiedlicher Probleme. Eine Folge von erhöhten Grundwasserständen ist ein erhöhter Druck auf die Bausubstanz. Keller erleiden unter solchen Bedingungen schnell Wasserschäden, sofern keine ausreichende Absicherung gegen zu hohes Grundwasser bereits im Rahmen des Baus eingerichtet wurde. Neben den direkten Schäden durch eindringende Feuchtigkeit kann es zu Schimmelbildung sowohl in den Kellerräumen als auch im Mauerwerk des Kellers kommen. Gleichzeitig weicht das hoch gestiegene Grundwasser den Boden auf. Dies hat vielfach schwer abzuschätzende Folgen für die Standfestigkeit von Gebäuden. Durch Absacken können unter anderem Risse im Mauerwerk entstehen. Neben den Schäden an Gebäuden sind aber auch Verunreinigungen des Grundwassers möglich. Im privaten Bereich kann dies etwa dann entstehen, wenn ein Keller mit eingebauter Ölheizung geflutet wird. Neben dem materiellen Schaden für die Hauseigentümer durch den Totalverlust der Anlage treten die Verschmutzungen des Grundwassers durch austretendes Heizöl auf. Außerdem kann ein steigendes Grundwasser Kontaminationen im Boden aufweichen, die sich dicht unterhalb der Erdoberfläche befinden. Dies kann schwerwiegende Folgen für die Trinkwasserqualität und damit für die Gesundheit haben.

Richtig gegen Hochwasserschäden vorbeugen

Wer im Raum Dresden neu baut sollte, insbesondere in Flussnähe auf die Einplanung von Kellerräumen möglichst verzichten. Die Häufung der Hochwasserstände in den vergangenen Jahren führt zu regelmäßigen Problemen. Die Folgeprobleme sind langfristig teurer, als die Einplanung von mehr oberirdischem Bauvolumen. Wenn ein bestehendes Haus mit Keller bezogen wird, sollte die Heizungsanlage nach Möglichkeit auf dem Keller in eine andere Etage verlegt werden. Auch sonst sollten in den Kellerräumen keine wertvollen Gegenstände oder Möbel eingelagert werden, da diese im Falle eines Hochwassers möglicherweise nicht rechtzeitig in die oberen Etagen verbracht werden können. In Flussnähe sollte außerdem über den Einbau einer Pumpe nachgedacht werden. Die beste Lösung ist zunächst eine ausführliche Beratung durch ortsansässige Fachleute aus der Sanitärbranche.  Diese Spezialisten können auf die individuellen Anforderungen beziehungsweise Gefahren von Privathaushalten eingehen und Fehlinvestitionen mittels sorgfältiger Planung vermeiden.

Im Falle eines Hochwassers sind die Kapazitäten der Feuerwehr begrenzt. Jeder Bewohner sollte daher schon vorab einschätzen können, wie groß das Risiko durch steigendes Grundwasser für ihn ist. Eine ständig aktualisierte Übersicht zu  den Grundwasserständen kann auf der Internetseite der Landeshauptstadt Dresden gefunden werden.

Hoffentlich bleiben wir für viele, viele Jahre von schweren Hochwassern verschont!

Überflutetes Terrassenufer in Dresden

Weitersagen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • Reddit
  • co.mments
  • De.lirio.us
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Hochwasser Dresden aktuell
  2. Bilder vom Hochwasser in Dresden
  3. Hochwasser in Sachsen und Polen
  4. Steigender Elbe-Pegel in Dresden
  5. Sanierung Albertbrücke in Dresden

Tags: , , ,

Einen Kommentar mit Link schreiben

Smileys